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Zum Jubiläum einfach großartige Musik

IMG_0252Besonders waren sie, die 10. Hofer Jazztage. Zum Jubiläum erfreuten sie mit unglaublichen Könnern, Gänsehautfeeling und zum Weinen schöner Musik: das Joscho Stephan Quartett und Loyko, ein Russisches Roma-Ensemble.
Joscho Stephan spielte virtuos auf der Gitarre den von Django Reinhardt geprägten Gipsy Jazz, reicherte ihn mit Blues-, Rock- und Latin Jazz an, verstand darüber hinaus, das Publikum mit seiner launigen Moderation zu unterhalten, und ließ einen staunen ob der Fingerakrobatik, der Präzision, der Leidenschaft. All diese Attribute treffen auch auf seine Kollegen zu, die das Quartett vollständig machen: sein Vater Günter Stephan, der den Rhythmus auf der Gitarre vorgibt, Stefan Berger am Kontrabass, der ihm zuweilen groovige Töne entlockte und Sebastian Reimann auf der Geige, der sie einfühlsam schluchzen ließ und den Zuhörer förmlich umgarnte.
Anders, aber nicht minder brillant Loyko, drei kongeniale Musiker aus Russland. Sie kommen fast ohne Worte aus und lassen dafür nur ihre Instrumente sprechen: Sergey Erdenko und Artur Gorbenko auf der Violine zusammen mit Michail Savichev an der Gitarre lieben ihre Instrumente und gehen ganz auf in ihrer Musik. Damit geben sie die russische Seele preis, entlocken ungewohnte, manchmal experimentelle Töne, lassen gelegentlich einen Vogelschwarm im Festsaal vermuten und bieten dem Zuhörer (und Zuschauer) ein präzises saitenumfassendes Erlebnis.

Das Konzert endete mit einem musikalischen Dialog, der einem besonderen Abend noch die Krone aufsetzte. Bravorufe und lang anhaltender, stehender Applaus waren der Dank an die großartigen Musiker für einen besonderen und unvergesslichen Abend.

Anke Bogler

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