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Das Dorado der Ahornfreunde ist in Unterhöll

Ahornbäume aus der ganzen Welt in allen Farben und Formen prägen den Landschaftsgarten von Mathias Hoyer. Auf 4500 Quadratmetern hat der Landschaftsgärtner und Fachagrarwirt für Baumpflege ein einzigartiges Kleinod geschaffen.

Ahornbäume aus der ganzen Welt in allen Farben und Formen prägen den Landschaftsgarten von Mathias Hoyer. Auf 4500 Quadratmetern hat der Landschaftsgärtner und Fachagrarwirt für Baumpflege ein einzigartiges Kleinod geschaffen.

Mathias Hoyer hat in Unterhöll einen ganz besonderen Ort geschaffen. Seine Verbündete: die Natur; seine Inspiration: japanische Gärten; seine Leidenschaft: Ahornbäume.. Hoyers 4500 Quadratmeter großer Landschaftsgarten nach japanischem Vorbild zieht seit Jahren Gartenliebhaber und Fachleute aus ganz Deutschland an – und ist doch nie fertig. „Gott sei Dank!“, sagt der gelernte Landschaftsgärtner und Fachagrarwirt für Baumpflege, der all seine Freizeit und sein Herzblut in das Kleinod am Waldrand investiert. Die Arbeit dort ist für ihn keine Arbeit, sondern „pures Schaffen“. Und ganz „nebenbei“ hat Mathias Hoyer auf diese Weise auch eine in Deutschland einzigartige Sammlung von Ahornbäumen aufgebaut: In seinem Garten finden sich nahezu alle Wildarten, die auf der Erde vorkommen und in unseren Breiten wachsen können. Ursprünglich sind die rund 70 in Unterhöll vertretenen Ahornarten zum Beispiel in Nordamerika, Europa, Kleinasien, China, Korea und Japan beheimatet – oder in 4000 Metern Höhe auf dem Himalaja.
Wie das geht? „Man muss sich auch mal was trauen; den richtigen Ort und die richtige Zeit erwischen, die richtigen Geräte haben – und den Bäumen auch ein bisschen gut zureden“, sagt Hoyer. Manche seiner Schützlinge waren schon etliche Jahre alt und bis zu eine Tonne schwer, als sie in seinen Garten kamen. Andere wurden in Unterhöll groß, obwohl sie normalerweise in Italien oder Frankreich, Nordamerika, Neuseeland, China oder Japan wachsen. Eines haben sie alle gemeinsam: Sie gedeihen prächtig unter der Fürsorge des Gattendorfer Baumliebhabers. Bis auf eine Ausnahme: Den Acer Pentaphyllum aus einem bestimmten Gebiet im Himalaja – die seltenste Ahornart, die es gibt – hat Hoyer vorsorglich gleich zwei Mal besorgt. Das eine Exemplar, das im Topf im Gewächshaus überwintern durfte, trägt bereits neue Blätter, doch für das zweite, im Garten gepflanzte, sieht es aktuell nicht gut aus.

Der große Teich befand sich bereits auf dem Grundstück. Mathias Hoyer hat ihn mit einer Felseninsel, einem Wasserfall und einem Pavillon verschönert.

Der große Teich befand sich bereits auf dem Grundstück. Mathias Hoyer hat ihn mit einer Felseninsel, einem Wasserfall und einem Pavillon verschönert.

„Noch gebe ich aber die Hoffnung nicht auf“, sagt der Experte mit einem Blick auf die kahlen Äste. Er hat ein besonderes Gespür dafür, was die Natur braucht, und wann man einfach eine Weile abwarten muss. So verhielt es sich schon zu Beginn seiner Arbeit auf dem Grundstück, das bis vor 16 Jahren überwiegend aus Stangenwald, Wildwuchs, Disteln und Brennnesseln bestand: „Die Struktur war da, und die Lage war gut. Das habe ich gespürt.“ Und so verhält es sich auch mit den unzähligen Steinsetzungen, die prägende Elemente des großen Gartens darstellen. Zirka 400 Tonnen Natursteine hat Mathias Hoyer in mühevoller Arbeit in dem Garten verteilt – und sie alle wirken, als seien sie schon immer da gewesen: „Genau so soll es sein.“
Neben den Ahornbäumen und den Steinen sorgen etwa 125 Rhododendren und 200 Funkien (auch Herzblattlilien genannt) für einen farbenreichen Kontrast. Und weil Mathias Hoyer nicht nur Gärtner, sondern auch Schatzsucher und Bewahrer mit einem Blick für das Besondere ist, entdeckt man bei einem Bummel durch den Garten Dinge wie uralte bronzene Buddha-Statuen, ein 250 bis 300 Jahre altes original indisches Tor, die ausrangierte Tür einer alten Mühle oder einen ebenfalls sehr alten, hübsch bepflanzten Futtertrog aus Stein. Einen Sandstein-Torbogen aus dem frühen 18. Jahrhundert hat der Gattendorfer buchstäblich vor dem Bagger gerettet: Er fuhr just in dem Moment an einer Baustelle im Hofer Sigmundsgraben vorbei, als der Torbogen abgerissen werden sollte, und brachte das Bauwerk auf seinem Grundstück zu neuen Ehren.
Das Grundstück, das Hoyer 1999 gekauft hat, befand sich seit 1860 in privater Hand und wurde nie landwirtschaftlich genutzt, sondern zeitweise für den Abbau von Eisenerz. Aus dieser Zeit rührt auch der große See auf dem Grundstück her. Einen Teil des alten Baumbestandes mit über 150 Jahre alten und mehr als drei Meter dicken Fichten und ebenso mächtigen Kiefern hat Mathias Hoyer harmonisch in seinen Landschaftsgarten integriert.
Es gäbe noch so manche Geschichte zu erzählen zu dem Teich mit Wasserfall und selbst gestalteter Felseninsel; zu dem symmetrisch angelegten Klostergarten mit Gewürzen und Heilkräutern, den Hoyer aufsucht, wenn er „einfach mal abschalten“ will; zu dem Binnengarten mit traditionellen Steinsetzungen; oder zu den unzähligen Farben und Formen, die Ahornblätter und -blüten annehmen können. Doch an so manchem Ort des Gartens offenbart sich der Zauber am besten in der Stille – wie an dem Kraftplatz mit drei Steinsäulen und einer Feuerschale, wo Mathias Hoyer die Energie dieses besonderen Fleckchens Erde in Unterhöll am besten spüren kann. Sandra Langer

 

Mehr Infos zu dem Landschaftsgarten und der einzigartigen Ahornsammlung gibt es im Internet unter www.ahornwelt.de. Anfragen für Führungen nimmt Mathias Hoyer unter Telefon 09281/477863 oder E-Mail mathias.hoyer@web.de entgegen.
Außerdem findet am Samstag, 2. Juli, ab 15 Uhr das traditionelle Gartenfest statt. Die Besucher dürfen sich für 4 Euro Eintritt auf Gartenführungen, Qigong- und Tai Chi-Vorführungen, Live-Musik und kulinarische Genüsse fernab vom allgegenwärtigen Bratwurst- und Steak-Angebot sowie stimmungsvolle Illumination in den Abendstunden freuen. Besonderen Anklang findet in der Regel auch die selbst gemachte Ahornbowle.

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