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Grün in allen Schattierungen: Dekanat Hof unterwegs in Irland

160518_25 (175)Die Grüne Insel Irland war Ziel der diesjährigen Dekanatsreise und genau so präsentierte sie sich: Grün in allen nur möglichen Schattierungen.
Der Inselstaat, auf dem 4,5 Mio. Einwohner (ohne Nordirland) leben und der flächenmäßig so groß wie Bayern ist, ist ländlich geprägt und dünn besiedelt. Fleißig müssen und mussten die Menschen mit ihren Händen arbeiten, wenn sie dem steinigen Land etwas abringen wollten. Schafe und Kühe prägen die Natur und dazwischen das dominierende Grün. Steinmauern, die Jahrhunderte alt sind, teilen Flächen in Quadrate ein – zum Schutz vor Erosion und als Begrenzung für die Weidetiere.
Selten sind Werbung und Wirklichkeit deckungsgleich. In Irland und ganz besonders im Ring of Kerry, der knapp 180 km langen Panoramastrecke im Südwesten der Insel und im Killarney Nationalpark kommt genau das zusammen. Scheinbares Idyll gepaart mit nicht enden wollenden Fotomotiven – Natur pur. Ehrfurchtsvoll bewegt man sich auf den Cliffs of Moher, den steilabfallenden, 200 Meter hohe Felsen, die erahnen lassen, was das Meer bewirkt hat und immer noch tut. Straßen, die nicht für Geländefahrzeuge und Busse gebaut wurden, prägen die Infrastruktur. Rücksicht und gutes Fahrkönnen sind Voraussetzung, um unfallfrei ans Ziel zu kommen.
Auf die großen Nachbarn ist man nicht gut zu sprechen, zu sehr musste unter den Repressalien der britischen Herrschaft gelitten werden. Deshalb verwundert es nicht, dass sich die gälische neben der englischen Sprache behauptet hat und sich auf Hinweis- und Straßenschildern beide Schreibweisen wiederfinden.
So klein manche Ortschaft auch sein mag, Pub und noch ein Pub prägen das Bild. Jedes ein Unikum und immer ein Ort zum Wohlfühlen bei irischer Musik, dem obligatorischen Guinness und bei anhaltenden Gesprächen.
Spartanisch muten die Vorgärten von Privatpersonen an, ganz im Gegensatz zu den unzähligen Golfplätzen und Parkanlagen. Diese sind opulent und abwechslungsreich bepflanzt und zeugen von hoher Ästhetik und dem Sinn für Schönes. Regelmäßiger Regen im Wechsel mit Sonnenschein bei milden Temperaturen sind ideale Begleiter einer üppigen Pflanzenwelt.
Dublin ist die pulsierende Hauptstadt mit rund 500.000 Einwohnern – Tendenz steigend. Internationale Banken sowie weltweit agierende Unternehmen wie Google, Microsoft, Facebook und viele andere mehr lassen sich nicht selten aus steuerlichen Gründen hier nieder, und mit ihnen wachsen moderne Hochhäuser in den Himmel. Das Wachstum geht schneller als der Straßenbau folgen kann. So prägen Großbaustellen das Straßenbild. Stellt sich die Frage, was passiert, wenn andere Länder mit noch besseren Steuermodellen locken …
Eine Woche Rundreise hat einen Einblick in ein Land gewährt, das vor allem Naturliebhaber begeistert, das Respekt davor lehrt, dass oft unter harten Bedingungen der Unterhalt verdient werden muss. Einen krassen Gegensatz findet man in den wenigen großen Städte, die prosperieren und sich der digitalen Welt verschrieben haben. Gestern und morgen in Irland ganz eng beieinander.    Anke Bogler

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