Der Verein für Hof – in Bayern ganz oben.

Bilanz 2016 und Ausblick auf 2017: Was unsere Abgeordneten bewegt

ProHof hat die Bundes- und Landtagsabgeordneten aus unserer Region gebeten, uns ein paar persönliche Worte zum Jahreswechsel zukommen zu lassen. Gerne sind sie unserer Bitte gefolgt.20130304-ernstberger_petra_0038-1_klein2Bundestagsabgeordnete
Petra Ernstberger, SPD:
Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Es war, das kann man nicht anders sagen, ein äußerst turbulentes Jahr, welches Politik und Zivilgesellschaft vor große Herausforderungen gestellt hat. Die Abarbeitung der Flüchtlingskrise, das Erstarken von Populisten in Deutschland und ganz Europa, das Brexit-Votum in Großbritannien und nicht zuletzt die Wahl von Donald Trump zum 45. US-Präsidenten hinterlassen ein Gefühl der Verunsicherung. Was wird 2017 noch alles auf uns zukommen?
Der Kampf gegen Populisten wird sicher auch im Jahr 2017 im Vordergrund stehen. Es muss die Aufgabe der Politik sein, verantwortungsvolle Lösungswege für die Sorgen und Ängste der Menschen in Deutschland und in Europa zu erarbeiten. Nur so können wir populistischen Politikern und Parteien entgegenwirken und verhindern, dass noch mehr Menschen hohlen Parolen und menschenverachtendem Gedankengut in die Falle gehen. Der Nährboden der Populisten ist das Schüren von Ängsten und es ist unsere Aufgabe, diese Ängste den Bürgern zu nehmen.
Darüber hinaus werden uns sicher auch noch die Folgen der Flüchtlingskrise und die weltweiten Brennpunkte beschäftigen, die zu massenhafter Flucht, Leid und Elend führen. Die Situation in Syrien ist und bleibt unerträglich und es bedarf einer großen Anstrengung, diesen Konflikt dauerhaft zu lösen und den Menschen dort wieder eine Perspektive für eine friedvolle Zukunft im eigenen Land zu bieten.
Allerdings muss man bei allen Problemen und Herausforderungen auch die Chancen im Blick haben, die sich ergeben. Wandel und Veränderung haben eben auch immer zwei Seiten. Ängste und Verunsicherung treffen auf Hoffnung und Chancen. Das Ziel der Politik muss es sein, in Zukunft die Chancen von Veränderungen herauszustellen und den Bürgern deutlich machen, dass sie sich auch um all jene kümmert, dich sich von Globalisierung und Digitalisierung abgehängt fühlen. Es ist ganz entscheidend, wieder das Vertrauen der Bürger in die Arbeit der etablierten und seriösen Parteien zu stärken. Dies kann aber nur gelingen, wenn die etablierten Parteien wieder mehr auf die Bedürfnisse der Bürger eingehen und an zielgerichteten Lösungen arbeiten.
Ich wünsche Ihnen trotz aller Herausforderungen eine besinnliche Adventszeit und einen guten Start in ein erfolgreiches, spannendes und aufregendes Jahr 2017.

hans_peter_friedrich_von_henning_schacht_6Bundestagsabgeordneter
Dr. Hans-Peter Friedrich, CSU:
Kaum jemand hätte vor zwei Jahren vorausgesagt, welche Schlagzeilen die Nachrichtensendungen des zu Ende gehenden Jahres 2016 prägen: Das europäische Projekt in Gefahr, eine neue Tonalität in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, zu Russland und zur Türkei und ein drohender tief greifender Umbruch des Parteiensystems in Deutschland.
Die scheinbare Unübersichtlichkeit der Herausforderungen und ein verbreitetes Gefühl der Fremdbestimmtheit, sie nähren die Sehnsucht nach überschaubaren Strukturen und wieder mehr politischer Selbstbestimmung. In ganz Europa fragen immer mehr auch junge Menschen wieder nach der Tradition und der Geschichte ihrer Heimat und den Wurzeln unserer freiheitlichen, christlich-abendländischen Kultur. Die Heimat und das persönliche Umfeld rücken zunehmend in den Mittelpunkt.
Richten wir deshalb den Blick auf Hof und unsere Region: Anders als in früheren Jahren spüren die Menschen eine Aufbruchsstimmung und ein neues Selbstbewusstsein. Wir können stolz sein auf unsere leistungsfähige Wirtschaft und unsere harmonische Gesellschaft. Als Aufsteigerregion haben wir alle Chancen für die Zukunft.
Auch 2017 wollen wir unsere Chancen beherzt ergreifen und unsere Substanz weiter stärken. Die Digitalisierung ist eine große Chance für die Regionen, auf Augenhöhe mit den Metropolen zu kommen. Denn immer mehr Menschen wünschen sich ein besseres Gleichgewicht zwischen Arbeit und Karriere einerseits und Familie, Freizeit und Lebensqualität andererseits.
Eine stetig verbesserte Verkehrsinfrastruktur, eine weiterhin gute Gesundheitsversorgung in allen Teilen unserer Heimat und unsere kulturelle Vielfalt bilden eine Grundlage, auf der wir hervorragend aufbauen können. Unsere heimische Wirtschaft in der Wirtschaftsregion Hochfranken, die Wissenschaftler unserer Fachhochschule und das geschlossene und entschlossene Handeln unserer politischen Mandatsträger auf allen Ebenen wirken dabei eng und verlässlich zusammen. Das gibt uns Stärke in unruhigen Zeiten. Und das ist die Basis, auf der wir auch im nächsten Jahr Zukunft bauen und gestalten wollen. Hof und unsere Region haben es verdient!

silke-launertBundestagabgeordnete
Dr. Silke Launert, CSU:
Wir haben allen Grund, zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Der Wohlstand ist hoch und die Arbeitslosigkeit auf einem Tiefstand. Die Wirtschaftsforschungsinstitute prognostizieren für dieses Jahr ein Wachstum von 1,9 Prozent. Das ist in einer komplexer werdenden Welt keine Selbstverständlichkeit. Die Herausforderungen sind groß, aber unser Gestaltungswille für unsere Heimat ist größer.
Auch für mich persönlich wird das neue Jahr große Veränderungen bringen. Bei den Bundestagswahlen darf ich im Wahlkreis Bayreuth/Forchheim als Direktabgeordnete für die CSU antreten. Daher verlege ich bald meinen Lebensmittelpunkt wieder zurück an den Ort, wo ich studiert und viele Jahre gelebt habe. In den vergangenen Jahren durfte ich als Abgeordnete und Stadträtin so viele wunderbare Menschen in der Region kennenlernen, deren Freundschaft noch lange anhalten wird. Ich bin dankbar für die Begegnungen, für all den Zuspruch und die großartige Unterstützung.
Im Stadtrat haben wir in den vergangenen Jahren einiges für Hof erreicht: Es ist ein großer Erfolg für die Stadt, dass ein Investor für die „HofGalerie“ am Zentralkauf-Gelände gefunden werden konnte. Ich freue mich sehr auf das neue Einkaufszentrum, das den Standort stärken und Kaufkraft vor Ort binden wird. Außerdem haben wir immer die Einführung einer Ehrenamtskarte unterstützt. Diejenigen Mitbürger, die sich ehrenamtlich engagieren und damit einen unverzichtbaren Beitrag für unser Zusammenleben leisten, erhalten damit eine berechtigte Anerkennung ihrer Arbeit.
Mir ist es gelungen, den Umbau des Hofer Eisteichs durch die Bereitstellung von Bundesmitteln in Höhe von 3,9 Millionen Euro möglich zu machen. Ich hoffe, dass ich damit Ihnen und der Stadt etwas Bleibendes hinterlassen kann.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie zum Jahresende die Zeit finden, um im Kreise Ihrer Liebsten ein positives Resümee zu ziehen. Eine besinnliche Adventszeit, frohe Weihnachten und alles Gute für 2017.

16-05_scharfenbergBundestagsabgeordnete Elisabeth Scharfenberg, Bündnis 90/Die Grünen:
Für gewöhnlich fragen wir uns am Jahresende: Was bringt die Zukunft? Hierzulande hätten wir Anlass, optimistisch zu sein. Unsere Demokratie ist eine stabile Wertegemeinschaft, die uns schützt und achtet, und sich als lernendes System ständig reformiert. Wir leben in Frieden und Wohlstand auch dank Europa. Arbeitsmarktzahlen und Wirtschaftsprognosen sind positiv. Allerdings, mitten im Reichtum gibt es Armut und Ungerechtigkeit. Viele spüren den wirtschaftlichen Druck der Globalisierung. An das Wohlstandsversprechen unserer Gesellschaft glauben sie nicht. Auch weil sie am eigenen Leib erleben, dass Herkunft immer noch über Lebenswege entscheidet. Das muss sich ändern. Wir brauchen echte Chancengleichheit durch gute Bildung, Ausbildung und Arbeit für alle.
Das Grundthema, das unsere Gesellschaft derzeit umtreibt, ist die Flüchtlingsfrage. Tatsächlich ist die Integration der Geflüchteten anspruchsvoll und langwierig. Sie ist auch eine Chance. Zuwanderung kann uns bereichern, verjüngen, kann dem Fachkräftemangel entgegenwirken, wenn wir bereit sind, die Voraussetzung für Integration zu schaffen.
Mich persönlich beunruhigt das neue Klima aus Angst und Wut, das unser Land verändert hat: Hasstiraden in den Sozialen Medien und das Fehlen von Gesprächsbereitschaft. Brandsätze gegen Flüchtlingsheime, Morddrohungen gegen einen schwarzen Priester, gegen Politiker, gegen Journalisten, körperliche Angriffe auf Menschen, die bei uns Schutz suchen. Man fragt sich: Wo sind unsere Grundwerte, die Achtung der Menschenwürde und der Meinungsfreiheit? Wo ist die Menschlichkeit geblieben, als Grundlage einer solidarischen Gesellschaft, in der einer für den anderen einsteht?
Auch wenn das leise geschieht, die große Mehrheit in unserem Land lebt diese Werte. Sie engagieren sich ehrenamtlich, sind einfach da für die alte Nachbarin oder die alleinerziehende Mutter, sie helfen, wo und wie sie können. Wenn das kein Grund ist, voller Hoffnung in die Zukunft zu blicken.

pressebild-klaus-adelt2Landtagsabgeordneter
Klaus Adelt, SPD:
2016 war ein aufwühlendes Jahr: Die Welt ist komplizierter geworden und näher gekommen. Flüchtlinge sehen wir nicht nur in der Tagesschau, sondern bei uns auf der Straße. Unseren Sommerurlaub machen wir nicht an der türkischen Riviera, sondern an der Nordsee. Terroranschläge ereignen sich nicht nur in Bagdad, sondern auch in Ansbach. Und weil das nicht ausreicht, verändert die Digitalisierung unsere Arbeitswelt, unsere Kommunikation, unser Leben.
Dass die Bürgerinnen und Bürger verunsichert sind, ist verständlich. Bei alldem, dürfen wir aber nicht vergessen: In Deutschland leben wir nichtsdestotrotz sicher. Vieles hat sich sogar zum Positiven entwickelt: Wir hatten heuer die höchste Rentenerhöhung seit zwanzig Jahren, die Arbeitslosigkeit ist niedrig wie nie, wir verzeichnen einen Beschäftigungsrekord und Rekordsteuereinnahmen. Bei alldem, wo wir in Stadt und Landkreis Hof noch aufholen müssen, aber der Aufschwung ist da und auch spürbar!
Wir stehen nicht kurz vor dem Abgrund, aber haben Herausforderungen, die man klar beim Namen nennen muss. Die Integration der Flüchtlinge wird nicht einfach werden. Unser Wohlstand wächst zwar, die Schere zwischen arm und reich aber auch; nicht wenige werden abgehängt. Es ist nachvollziehbar, wenn sich Menschen aufregen, weil in den Schulen der Putz von den Wänden bröckelt und gleichzeitig neue Flüchtlingsheime gebaut werden.
Es genügt aber nicht, nur zu lamentieren. Es geht darum, Lösungen anzubieten. Ich bin davon überzeugt, dass wir imstande sind unsere Herausforderungen zu meistern. Wir hätten genügend Mittel für Flüchtlinge, für die Sanierung unserer Schulen, Schwimmbäder und Straßen, für unsere Kommunen, Kindergärten und Krippen. Angesichts von Rekordsteuereinnahmen gibt es keinen Grund, diese berechtigten Interessen gegeneinander auszuspielen.
Wir leben in turbulenten Zeiten und alles scheint sich zu ändern. Letzten Endes aber liegt es an uns, dass es sich zum Positiven ändert.

koenigalexander-2016Landtagsabgeordneter
Alexander König, CSU:
Die Welt ist 2016 noch unruhiger geworden. In Deutschland ist es uns vergönnt, in Frieden, Freiheit und Wohlstand zu leben. Es ist uns auch gelungen, die Lebensqualität in unserer Heimat weiter zu verbessern. Die Stadt Hof hat zusätzliche Finanzzuweisungen des Freistaates Bayern in Höhe von 6,5 Millionen Euro bekommen, unser Hofer Theater erhält für die nächsten beiden Jahre 800 000 Euro mehr Förderung. Die Hofer Symphoniker, deren Aufsichtsratsvorsitzender ich sein darf, bauen mit Maximalförderung die Klangmanufaktur. An der Hochschule Hof wird durch den Bau des Digitalen Gründerzentrums und des Wasserinstitutes sowie des Textiltechnikums in Münchberg Zukunft für unseren Bildungsstandort geschaffen. Unsere Städte und Gemeinden bekommen in den nächsten vier Jahren 90 Prozent Förderung bei der Sanierung von Wohngebäuden und dem Abriss von Ruinen.
Obwohl sich die Liste mit guten Nachrichten für die Stadt und den Landkreis Hof weiter fortsetzen ließe, weiß ich natürlich, dass es genügend Dinge gibt, die noch besser sein könnten. Deshalb freue ich mich auf die Herausforderungen im kommenden Jahr, die ich gerne zusammen mit Ihnen, denen die Zukunft unserer Heimat ebenso am Herzen liegt wie mir, angehen möchte.
Stadt und Landkreis Hof haben alle Chancen, sich weiter positiv zu entwickeln. Die Lebensqualität bei uns ist sehr hoch. Lassen Sie uns die Chancen gemeinsam nutzen und für unsere Heimat an einem Strang ziehen!
Ich danke allen Aktiven unseres tollen Bürgervereins ProHof und wünsche Ihnen eine gesegnete Weihnachtszeit und für 2017 alles Gute!

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