Der Verein für Hof – in Bayern ganz oben.

Blutspende: Mit geringem Aufwand Leben retten

Mit geringem Aufwand Leben retten – diese Chance hat man immer wieder aufs Neue bei den Blutspendeterminen des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Der nächste Termin in Hof ist am Montag, 13. März, von 12 bis 19 Uhr beim BRK-Kreisverband in der Ernst-Reuter-Straße 66-68. Um allen noch unentschlossenen potenziellen Spendern eine Entscheidungshilfe zu bieten, haben wir uns mit Matthias Freund, dem Gebietsreferenten des BRK-Blutspendedienstes, über die wichtigsten Fragen rund ums Blutspenden unterhalten.

Wer kann grundsätzlich Blut spenden, und welche Einschränkungen gibt es?
Blutspenden kann jeder gesunde Mensch ab dem 18. bis zum vollendeten 72. Lebensjahr. Als Erstspender sollte man nicht älter als 64 sein. Das Mindestgewicht eines Blutspenders sollte 50 Kilo betragen. Frauen können viermal, Männer sogar sechsmal innerhalb von zwölf Monaten Blut spenden. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestabstand von 56 Tagen liegen. Damit die Blutspende gut vertragen wird, ist es wichtig, im Voraus ausreichend zu essen und zu trinken, nach Möglichkeit bis zu zwei Liter.

Ist eine Voruntersuchung nötig?
Eine Voruntersuchung durch den Hausarzt ist nicht nötig. Beim Blutspendetermin erfolgt ein ärztlicher Check, der als Zulassung zur Spende durchlaufen werden muss. Gewisse Ausschlusskriterien gibt es aber. So kann ein kurzzeitig zurückliegender Auslandsaufenthalt in einer bestimmten Region, die Infektionsgefahren birgt, die Blutspende für eine bestimmte Zeit verhindern.

Matthias Freund ist als Gebietsreferent des BRK-Blutspendedienstes für die Organisation von Blutspendeterminen zuständig.

Matthias Freund ist als Gebietsreferent des BRK-Blutspendedienstes für die Organisation von Blutspendeterminen zuständig.

Wie viel Zeit muss man für eine Blutspende einplanen?
Ein Erstspender sollte für den gesamten Durchlauf etwa eine Stunde Zeit mitbringen. Bereits registrierte Spender benötigen etwas weniger Zeit. Die eigentliche Spende dauert in der Regel nicht länger als zehn Minuten. Es ist wichtig, darüber hinaus den gesamten Ablauf der Blutspende zu kennen (siehe Kasten).

Muss man sich nach der Blutspende einige Tage lang schonen? Was ist mit Sport?
In der Regel genügt es, sich einzig am Spendentag noch etwas zu schonen. Der Körper entbehrt schließlich 500 Milliliter Blut, das für den Sauerstofftransport im Körper nun fehlt und erst wieder nachgebildet werden muss. Deshalb ist es auch nach der Blutspende wichtig, viel zu trinken, damit der Flüssigkeitsverlust wieder ausgeglichen wird. Außerdem sollte man zur Stärkung etwas essen und eine Ruhepause von mindestens zehn Minuten unter Aufsicht einhalten, um den Körper zu entlasten. Wir empfehlen, nach der Spende auf größere körperliche Anstrengungen wie den Besuch eines Fitnessstudios oder einer Sauna zu verzichten. Spender, die mit dem eigenen Auto oder Motorrad zum Spendetermin kommen, müssen 30 Minuten warten, bevor sie wieder am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Bei Berufen mit erhöhtem Risiko wie in der Personenbeförderung sind längere Wartezeiten nach der Spende vorgeschrieben.

Hat das Blutspenden einen positiven Effekt für den eigenen Organismus, eine Art Training?
Nein, Blutspenden bedeutet kein Training. Es gibt Studien, in denen ein blutdrucksenkender Effekt durch das Blutspenden angenommen wird. Allerdings existiert bislang kein gesichertes Ergebnis dazu. Als positiv für die Gesundheit des Spenders kann angeführt werden, dass eine Blutspende beim Blutspendedienst des BRK für ihn gleichzeitig eine kostenfreie ärztliche Beratung mit einem Mini-Check bedeutet. Denn das gespendete Blut wird auf verschiedene Parameter untersucht. Auf Erkrankungen hinweisende Befunde werden dem Spender beziehungsweise dem Hausarzt mitgeteilt. So können mögliche Krankheiten frühzeitig erkannt und damit rechtzeitig behandelt werden.

Wie dringend ist der Bedarf an Blutkonserven? Gibt es regionale Unterschiede?
In Bayern werden pro Tag etwa 2.000 Blutkonserven in den Kliniken für die Versorgung kranker und verletzter Menschen benötigt. Blut ist für viele Menschen überlebenswichtig. Derzeit spenden in Bayern etwa sieben Prozent der Bevölkerung, aber jeder Dritte ist einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen. Der Blutspendedienst kann sich auf aktuell 250.000 aktive Blutspender in Bayern verlassen. Die Spendenbereitschaft in Bayern ist im Vergleich zum bundesdeutschen Durchschnitt doppelt so hoch.

Bleibt in Hof gespendetes Blut in der Region? Wie funktioniert ein Austausch, zum Beispiel bei seltenen Blutgruppen oder in Katastrophenfällen?
Alle in Bayern durch den Blutspendedienst des BRK gesammelten Blutspenden gelangen zunächst ins Produktions- und Logistikzentrum ins unterfränkische Wiesentheid, wo sie Tests unterzogen werden. Mit modernen Verarbeitungstechniken können Blutspenden in ihre Bestandteile zerlegt werden und so bis zu drei Patienten helfen. Darüber hinaus werden aus Blutspenden lebenswichtige Medikamente unter anderem für Patienten mit einer Immunschwächekrankheit hergestellt. Die aufbereiteten Blutprodukte gelangen zentral von Wiesentheid aus in die jeweilige Klinik. Denn so wie die Blutspende flächendeckend bayernweit abläuft, erfolgt auch die Verteilung der aufbereiteten Blutkonserven flächendeckend bayernweit. Die Versorgung im Raum Hof unterliegt diesem Prozess der zentralen Zuteilung aus Wiesentheid. Die Blutversorgung in ganz Deutschland erfolgt nach dem Regionalitätsprinzip. Die DRK-BRK-Blutspendedienste versorgen ihre jeweiligen Regionen. Sollte es Engpässe geben, helfen sie sich gegenseitig aus.

Vielleicht gibt es Leute, die gerne Blut spenden würden, aber beruflich eingespannt sind und keinen passenden Termin finden. Was würden Sie dann raten?
Der Blutspendedienst des BRK arbeitet im Rahmen von Firmenkooperationen mit zahlreichen Unternehmen in Bayern zusammen, deren Mitarbeiter bei Blutspendeaktionen im Unternehmen die Chance haben, zu spenden. So haben über 100 Firmen in Bayern bereits Blutspendetermine gemeinsam mit dem Blutspendedienst durchgeführt, viele von ihnen regelmäßig und teilweise über Jahrzehnte. Allein im Jahr 2015 fanden 110 Firmentermine bayernweit statt, bei denen 10.500 Mitarbeiter erschienen sind. Das macht fünf Prozent aller Spender in Bayern aus. Immer wieder erreichen den Blutspendedienst Anfragen von Unternehmen, die den Wunsch ihrer Mitarbeiter, Blut zu spenden, im eigenen Haus realisieren möchten. Damit zeigen Unternehmen Flagge und soziale Verantwortung.

Was halten Sie von der Möglichkeit in großen Städten, sich die Blutspende bezahlen zu lassen?
Für den Blutspendedienst sind Blutspenden eine freiwillige, unentgeltliche Gabe der Spender. Sie sind letztlich nichts anderes als Organspenden. Der Blutspendedienst folgt den Prinzipien des „ethischen Kodex“, der auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) angenommen wurde und die Freiwilligkeit und Unentgeltlichkeit von Blutspenden fordert. Hier gilt das Prinzip der Nächstenliebe, um Patienten zu helfen, die dringend auf diese Spenden angewiesen sind. Manfred Köhler

 

Ablauf einer Blutspende

Anmeldung: Hier werden zunächst die persönlichen Daten aufgenommen. Bei der ersten Blutspende ist der Personalausweis mitzubringen. Danach erhält man den persönlichen Blutspendeausweis per Post.
Medizinischer Fragebogen: Bei der Anmeldung erhält der Spender einen Fragebogen mit wichtigen Informationen und Fragen rund um die Gesundheit, der direkt nach der Anmeldung in Ruhe auszufüllen ist.
Ärztliche Untersuchung: Hierbei werden Blutdruck, Puls und Körpertemperatur gemessen. Nach der Überprüfung der Kreislauffunktionen bespricht der Arzt den ausgefüllten Fragebogen gemeinsam mit dem Spender.
Bestimmung des Hämoglobinwertes: Der Hämoglobinwert im Blut wird mittels eines Gerätes ohne Einstich am Finger bestimmt. Bei Erstspendern wird an dieser Stelle mit einem Blutstropfen aus dem Ohrläppchen die Blutgruppe mithilfe eines Schnelltests vorläufig ermittelt. Die endgültige Blutgruppenbestimmung findet im Nachgang im Labor statt und wird dann auf dem persönlichen Blutspendeausweis eingetragen.
Die Blutspende wird von erfahrenen Punktionskräften durchgeführt, dauert selten länger als zehn Minuten und umfasst etwa 500 Milliliter Blut.
Vertraulicher Selbstausschluss: Jeder Spender hat die Möglichkeit, seine Spende durch den Selbstausschluss anonym von der Verwendbarkeit auszuschließen.
Imbiss und Ausspannen: Nach einer zehnminütigen Ruhepause auf der Liege ist es sehr wichtig, dass der Spender noch etwas isst und viel trinkt, natürlich alkoholfrei, und sich noch etwas entspannt.

 

Aktuelle Blutspendetermine

7. März, 16 bis 20 Uhr, Oberkotzau, Volksschule, Eing. Bürgerstr. (an der Saaletalhalle)
10. März, 16 bis 20 Uhr, Naila, Gymnasium (Eingang über Frankenhalle) Finkenweg 15
13. März, 12 bis 19 Uhr, Hof, BRK-Kreisverband, Ernst-Reuter-Str. 66-68
15. März, 16 bis 20 Uhr,  Helmbrechts, BRK-Haus, Schlachthofstr. 12
16. März, 16.30 bis 20.30 Uhr, Geroldsgrün, Volksschule/Turnhalle, Am Mühlhügel 11
22. März, 15.30 bis 19.30 Uhr, Schwarzenbach/Wald, Volksschule, Schulstr. 7
24. März, 16.30 bis 20 U(hr, Feilitzsch, Verbandsschule Bayerisches Vogtland, Steinweg 16
31. März, 17 bis 20 Uhr, Berg, Verbandsschule, Schulstr. 11

Das aktuelle Heft
Archiv