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Christoph Ruby: „Im Frühling sehnt sich der Hofer nach Farbe“

Christoph Ruby hat alle Hände voll zu tun, damit der Botanische Garten im Frühling in bunten Farben erstrahlt. Foto: Sandra Langer

Christoph Ruby hat alle Hände voll zu tun, damit der Botanische Garten im Frühling in bunten Farben erstrahlt. Foto: Sandra Langer

„Im Frühling sehnt sich der Hofer nach Farbe“, weiß Gärtner Christoph Ruby, der sich um Gestaltung und Pflege des Botanischen Gartens in Hof kümmert. Mit dem gängigen Schlecht-Wetter-Vorurteil räumt der Experte jedoch auf: „Hof hat ein ideales Klima. Wir sind hier eindeutig klimatisch bevorzugt.“ Denn die starke Nachtabkühlung ist für viele Pflanzen von Vorteil – wie zum Beispiel für den Phlox, der landläufig auch „Flammenblume“ genannt wird.
Eine Phlox-Allee am parkseitigen Eingang des Botanischen Gartens ist eines der Projekte, an denen Ruby in den vergangenen Wochen und Monaten lange gearbeitet hat und die bald zu den Attraktionen des gärtnerischen Kleinods am Rande von Hof gehören sollen. „Es geht mir darum, diese Pflanzengattung, die zum gärtnerischen Kulturgut gehört, umfassend zu würdigen“, erzählt der Phlox-Liebhaber, der verschiedene Phlox-Sammlungen gesichtet und lange an der farblichen Zusammenstellung getüftelt hat. Eine offizielle Einweihung der Phlox-Allee soll dann 2018 erfolgen, wenn die Pflanzen ihre ganze Pracht entwickelt haben.
Viel Arbeit hat Christoph Ruby auch die Bewässerung jener Phlox-Alle gekostet – eine im Boden installierte sogenannte Tropfbewässerung, die seit Neuestem auch an anderen schwer zugänglichen Stellen des Gartens zum Einsatz kommt. „Das System stammt aus dem Mittelmeer-Raum“, erklärt der Gärtner. „Der Klimawandel macht auch vor Hof nicht Halt.“
Die Umsetzung dieser und aller anderen Projekte sei nur durch die tatkräftige Unterstützung des Fördervereins möglich, betont Ruby: „Wir sind sehr dankbar für die vielen Menschen, die da engagiert mit helfen.“ So seien beispielsweise auch die Buchskugeln, die demnächst den neu gestalteten Eingangsbereich zieren sollen, eine Spende des Fördervereins.

Schon bald ist der Botanische Garten ein Blütenmeer. Foto: Jochen Bake

Schon bald ist der Botanische Garten ein Blütenmeer. Foto: Jochen Bake

Neu sind auch ein Rosenbeet, das speziell dem ausgezeichneten Rosenzüchter Herbert Kranz aus Martinlamitz gewidmet ist, sowie die Lenzrosen-Trasse entlang des Zauns am Weg zum Sportplatz. „Die kann man auch von außen bewundern, wenn der Garten geschlossen hat – und auch sie wird nächstes Jahr in voller Blüte stehen.“
Nicht neu, aber dennoch ein Anziehungspunkt für Gäste aus Nah und Fern sind die Felsspalten-Gärten, die im Lauf der vergangenen Jahre entstanden sind. „Erst kürzlich hat uns deshalb die Meisterschule für Gartenbau in Essen angerufen“, erzählt Gärtner Ruby stolz. Im vergangenen Jahr seien Gäste extra wegen dieser Gärten aus Potsdam angereist, und auch die Zwickauer Steingartenfreunde holen sich regelmäßig Anregungen in Hof. „Man kann durchaus sagen, dass wir in Deutschland ein Kompetenzzentrum für dieses Thema sind.“ Rubys Ziel ist es, nach und nach jede Fuge und Nische dieser einzigartigen Gärten zu beleben.
So gehört in Rubys Augen die Liebe zum Detail zu den Dingen, die den Botanischen Garten in Hof auszeichnen – ebenso wie die Qualität der Pflanzen, die Ästhetik und Intimität des Ortes und die Balance der Themen und Inhalte. „Luft nach oben“ gebe es dabei natürlich noch immer. Eines der nächsten Projekte des rührigen Gärtners wird es sein, das Rosarium flächendeckend mit Krokussen zu bepflanzen – damit die Farbe im Frühling noch mehr Gäste anlockt…
Sandra Langer

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