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Dr. Hans Heun: Vater des Untreusees

Paradies für Jung und Alt zu jeder Jahreszeit bei jedem Wetter: „unser“ Untreusee. Beim Fototermin gesellten sich zum Jubilar Dr. Hans Heun (Bildmitte) spontan Kinder und Erzieherinnen des TPZ. Fotos: Hilmar Bogler

Paradies für Jung und Alt zu jeder Jahreszeit bei jedem Wetter: „unser“ Untreusee. Beim Fototermin gesellten sich zum Jubilar Dr. Hans Heun (Bildmitte) spontan Kinder und Erzieherinnen des TPZ. Fotos: Hilmar Bogler

„Während meiner 18 Jahre als Oberbürgermeister konnte ich in Hof viel bewegen“, sagt Dr. Hans Heun, der im April 90. Geburtstag feierte. Der „Vater“ des Hofer Untreusees setzte den Bau des heute so beliebten Ausflugsziels am Rande von Hof trotz erheblichen Widerstands auch aus den Reihen des Stadtrats heraus durch. Und bis heute fährt er bei schönem Wetter gerne mit seiner Frau hinaus an den See.

Auch die Ausweitung des Flugverkehrs fiel in Heuns Amtszeit. Er erinnert sich lebhaft an die Verhandlungen mit den Amerikanern, die Nachtflüge in der Grenzregion nicht gerne sahen. „Es war so schön und bequem, zehn Minuten vor Abflug an den Flugplatz zu gehen und wenig später auf Mallorca zu landen“, sagt der Alt-Oberbürgermeister. Nicht zuletzt weil die Auflagen für den Flugverkehr und die Sicherheitsbestimmungen immer strenger geworden seien, können die Hofer diesen Luxus heute leider nicht mehr genießen.
Heun war es auch, der 1975 das Schulzentrum am Rosenbühl seiner Bestimmung übergeben konnte. Der Jubilar selbst ging in Hof auf die Oberrealschule, bis im Januar 1944 seine ganze Klasse in den Krieg einberufen wurde. Bei der russischen Offensive im Samland in Ostpreußen im Januar 1945 wurde Heuns Einheit eingeschlossen, und er zog sich Erfrierungen an beiden Füßen zu. „Im Juni 1945 kam ich über viele Umwege endlich wieder nach Hause.“
Der Heimkehrer holte seinen Schulabschluss nach, studierte an der Wirtschaftshochschule in Nürnberg und arbeitete zeitweise als Diplom-Kaufmann in der Porzellanindustrie. Später hängte er ein Pädagogik-Studium an und wurde Diplomhandelslehrer. An der Hofer Wirtschaftsschule unterrichtete Heun kaufmännische Klassen und wurde 1968 Schuldirektor.
Bei seiner zweiten Kandidatur gelang Dr. Hans Heun 1970 mit über 61 Prozent der Wählerstimmen der Sprung ins Oberbürgermeisteramt. „In die völlig andere Tätigkeit habe ich mich rasch eingewöhnt, nachdem ich schon ein Jahrzehnt im Stadtrat tätig und lange Zeit CSU-Fraktionsvorsitzender war.“ Nach drei sehr erfolgreichen Amtsperioden ging der Politiker 1988 in den Ruhestand, den er seitdem nach eigener Aussage in vollen Zügen genießt.
Dem Sport kann er sich heute leider nicht mehr so widmen wie früher, und das Tennisspielen hat er mit 84 Jahren aufgegeben, weil ihm das Laufen inzwischen schwerfällt. „Aber wer nicht alt werden möchte, muss früher sterben.“ Konzert- und Theaterbesuche genießt der Alt-Oberbürgermeister sehr, und vor allem das Zusammensein mit Freunden und Bekannten bereitet ihm viel Freude.
Wenn er auch seine Amtszeit als die erfolgreichsten Jahre Hofs nach dem Krieg bezeichnet, so sind es andere Dinge, die Dr. Hans Heun besonders am Herzen liegen. Das Wichtigste sei es, dass man in Frieden leben könne, und dass in der Familie Harmonie herrsche: „Ich habe eine Frau, die intelligent und schön ist, und mich immer in meinem Beruf unterstützt hat, einen Sohn und eine Tochter, die beide sehr wohlgeraten sind, und darüber hinaus zwei wunderbare Enkel.“ Sandra Langer

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