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Eugen Fischer: Den Hofer Zoo wird es weiterhin geben

Familie Tänzel aus Hof hat sich vor kurzem eine Jahreskarte für den Kleinzoo gekauft. Foto: Jochen Bake

Familie Tänzel aus Hof hat sich vor kurzem eine Jahreskarte für den Kleinzoo gekauft. Foto: Jochen Bake

„Am Wochenende ist schönes Wetter – wollen wir mal rüber in den Zoo fahren?“ Für Hofer Familien eine Selbstverständlichkeit, doch eigentlich etwas Besonderes: Der Hofer Zoo ist der einzige in ganz Oberfranken. Und wenn es auch immer wieder mal an Geld fehlt, um nötige Sanierungsarbeiten voranzutreiben, so stellt stellvertretender Zooleiter Eugen Fischer klar: „Den Hofer Zoo wird es weiterhin geben. Wir haben bisher noch alles geschafft – und schaffen es auch jetzt.“

Stellvertretender Zooleiter Eugen Fischer meistert die Organisation ständiger Reparaturen. Fotos (3): Sandra Langer

Stellvertretender Zooleiter Eugen Fischer meistert die Organisation ständiger Reparaturen. Fotos (3): Sandra Langer

Im Gegensatz zu anderen Zoos in größeren Städten wird der Hofer Zoo nicht von der Stadt betrieben, sondern von der Zoologischen Gesellschaft Hochfranken, einem eingetragenen Verein. Das bedeutet: Der Stadt Hof gehören zwar Grund und Gebäude und sie beteiligt sich mit einem Zuschuss von 110.000 Euro pro Jahr an den Ausgaben. Ansonsten kommt aber für den laufenden Betrieb, die Gehälter der Angestellten, Tierfutter & Co. allein der Verein auf.
Eugen Fischer und sein Team meistern täglich den Spagat zwischen dem Organisieren all jener Reparaturen, die in einem über 60 Jahre gewachsenen Zoo notwendig sind und dringend erledigt werden müssen – und dem Ersinnen von allerlei Plänen und Ideen für die Zukunft, die das Hofer Kleinod zwar erheblich aufwerten würden, aktuell aber einfach zu viel Geld kosten.
Das Savannenhaus entstand Anfang der 90er Jahre im Rahmen der Landesgartenschau und wurde erst vor Kurzem umgebaut. Um Kosten zu sparen, mussten die tropischen Tierarten solchen weichen, die es zum Leben und Wohlfühlen nicht ganz so warm brauchen. Lüftung und Heizung des Gebäudes bleiben trotzdem Sorgenkinder; nichts funktioniert mehr wie es soll. „Das Bauamt der Stadt hat uns aber kürzlich versprochen, dass es sich der Sache annehmen wird“, sagt Fischer. Auch die Außenjalousien sind seit über zehn Jahren nicht mehr funktionstüchtig und zudem nicht schön anzusehen.
„Wir sind dazu übergegangen, für einzelne Projekte Förderungen über Stiftungen zu beantragen, Firmen als Partner zu gewinnen oder private Investoren zu suchen“, erklärt der Zooleiter, der demnächst in Rente geht und seinen Nachfolgern gerne ein funktionierendes, geordnetes Haus hinterlassen möchte.
Auch die Firmen, die regelmäßig mit dem Hofer Zoo zusammenarbeiten und dort Reparaturen vornehmen oder Bauprojekte umsetzen, zeigen sich immer wieder großzügig und spenden beispielsweise einen Teil des Materials. Vor Kurzem wurde das Dach des Ziegenstalls und des Schweinegeheges neu gedeckt und verlängert, damit die Tiere bei schlechtem Wetter oder während der Stallreinigung eine Möglichkeit zum Unterstellen haben. Auch bei den Eseln und Ponys muss das dringend noch erledigt werden.
Die Erdmännchen, die in den vergangenen Jahren ein schönes, großzügig gestaltetes Außengehege bekamen, verdanken ihr Glück einer Erbschaft: Ein älteres Ehepaar hat dem Zoo ein Gartengrundstück vermacht – mit der Auflage, den Erdmännchen ein neues Quartier zu gestalten. Demnächst soll auch das Zuhause der Nasenbären schöner werden. Fischer erzählt: „Wir wollen das Dach und die Inneneinrichtung neu gestalten. Und auch die Holzkisten, in denen sich die Tiere aufhalten können, sind marode geworden und müssen erneuert werden.“

Ein neues Haus wünscht sich Eugen Fischer für die Damen, die an der Zoo-Kasse arbeiten.

Ein neues Haus wünscht sich Eugen Fischer für die Damen, die an der Zoo-Kasse arbeiten.

Ein neues Haus wünscht sich Eugen Fischer auch für die Damen, die an der Zoo-Kasse arbeiten. Sie haben derzeit nicht einmal eine Toilette in ihrem winzigen Kassenhäuschen. Pläne für ein neues Häuschen – mit Toiletten, Waschmöglichkeiten, einem kleinen Verkaufsraum für Souvenirs und Stofftiere sowie einem kleinen Büro, in dem die Angestellten sich während ruhigerer Zeiten um Büroarbeit kümmern könnten – hat der Zooleiter längst in der Schublade liegen. Wann diese Träume sich umsetzen lassen, steht allerdings in den Sternen.

Der bei den Kindern beliebte Spielplatz könnte um eine Schaukel und einen Kletterturm erweitert werden.

Der bei den Kindern beliebte Spielplatz könnte um eine Schaukel und einen Kletterturm erweitert werden.

Gleiches gilt für die Erweiterung des Spielplatzes, der ebenfalls in den 90er Jahren im Rahmen der Landesgartenschau entstand und den viele Kinder heiß und innig lieben, um eine Schaukel und einen Kletterturm. Fischer kommt ins Schwärmen, wenn er die Pläne zeigt, und steckt voller Ideen, wie man den Zoo noch schöner machen könnte.
Doch erst einmal wollen die nötigen Reparaturen erledigt und die Gehälter der Angestellten bezahlt werden. Vier Tierpfleger, zwei Auszubildende, zwei Bundes-Freiwilligendienstler und seit Kurzem auch vier von der Landkreis-VHS vermittelte Flüchtlinge sind derzeit im Hofer Zoo angestellt. Damit sie alle ihre Jobs noch lange behalten können und Oberfrankens einziger Zoo noch lange viele Kinder und Familien aus nah und fern erfreut, wünscht sich Eugen Fischer vor allem eines: „Dass die Menschen aus der Region ihren Zoo schätzen und fleißig besuchen – und dass sich Firmen und Organisationen finden, die sich für unsere Projekte begeistern können und diese unterstützen.“ Sandra Langer

 

Der Zoologische Garten Hof, Alte Plauener Straße 40, hat jeden Tag geöffnet – während der Sommerzeit von 9 bis 18 Uhr und während der Winterzeit von 9 bis 16 Uhr. Kinder von 3 bis 18 Jahren zahlen 3 Euro Eintritt, Erwachsene 5 Euro, und eine Familienkarte kostet 14 Euro. Darüber hinaus gibt es auch Jahreskarten (Kinder 15 Euro, Erwachsene 25 Euro, Familien 70 Euro).
Privatpersonen oder Firmen, die den Zoo unterstützten wollen, können sich unter Telefon 09281/85429 oder E-Mail info@zoo-hof.de melden oder spenden an IBAN: DE 0578 0500 0003 8091 3293.

 

ProHof verlost Familien-Eintrittskarten. Einfach das Rätsel am Ende des Magazins lösen und das Lösungswort bis 15. April an ProHof e. V., Ludwigstraße 24, 95028 Hof oder per Mail an prohof@tvo.de schicken.

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