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Landjugend: Brauchtumspflege seit 70 Jahren

Mit einem viertägigen Fest-Marathon begeht die Landjugend Schwarzenbach/Saale vom 24. bis zum 28. Mai ihr 70-jähriges Bestehen. Los geht es am Mittwoch, 24. Mai, mit einem Festkommers, bei dem Vergangenheit und Zukunft der Vereinsarbeit auf der Tagesordnung stehen. Wir haben nachgefragt beim Festausschuss der Landjugend:

Welche Attraktionen erwarten die Besucher am Jubiläums-Wochenende?
Nach dem Festkommers am Mittwoch geht es am Freitag, 26. Mai, mit einem großen Festumzug weiter. Hier nehmen ortsansässige Vereine, aber auch Landjugendgruppen aus den Landkreisen Hof, Bayreuth, Kulmbach und Coburg teil – selbstverständlich in feschen Trachten. Anschließend wird die Band „Partyfüchse“ für gute Wiesenfest-Stimmung in unserer Festhalle sorgen. Auch hier gilt: Eintritt frei. Als Top-Act des Wochenendes findet am Samstagabend, dem 27. Mai, unsere Classic Rock Night mit Tribute-Bands von ZZ Top und Status Quo statt. Als Highlight für den Sonntag, 28. Mai, ist es uns mit Unterstützung der Wirtschaftsregion Hochfranken gelungen, die Hochfrankenspiele wieder ins Leben zu rufen. Das wurde nach vier Jahren Pause auch höchste Zeit. Denn diese Spiele sind ein tolles Aushängeschild für unsere Region! Zur offiziellen Eröffnung der Hochfrankenspiele am Sonntagvormittag spricht Bundestagsabgeordneter Dr. Hans-Peter Friedrich auch als Vorsitzender der Wirtschaftsregion Hochfranken ein kurzes Grußwort.

Hat das Fest ein besonderes Motto?
Unser großes Motto lautet 70 Jahre Landjugend – dies soll auch im Vordergrund stehen. Es hat aber jeder Tag sein eigenes kleineres Motto. Den Festkommers betiteln wir gerne als „come together“, weil Jung und Alt zusammenkommen. Der Freitag ist durch den großen Festumzug ein Vereinstag. Den Samstag bezeichnen wir wegen der Bands als „Classic Rock Night“, und der Sonntag steht ganz unter dem Motto „Hochfrankenspiele“.

Wie viele Gäste werden erwartet?
Da jeder Tag ein anderes Programm und somit auch verschiedene Zielgruppen hat, kann man das schwer sagen. Wir rechnen jedoch am Sonntag mit der größten Zuschauermenge. Unser Ziel ist es, dass bei uns am Land „was los ist“. Wir sind ein junger, offener Verein der Jugendarbeit und wollen demonstrieren, was eine starke Landjugend in ihrer Heimatregion bewegen kann und dass Landjugend wesentlich mehr ist als Landwirtschaft.

Pflegen Sie auch außerhalb großer Veranstaltungen Kontakt zu den anderen Landjugendgruppen der Region?
Wir pflegen zu den anderen Gruppen aus unserem Bezirksverband – Bayreuth, Kulmbach, Coburg und natürlich Hof – sehr guten Kontakt. In unseren Kreisen ist es üblich, dass man sich zu jeder Veranstaltung gegenseitig besucht, sei es zu Tänzen, Theateraufführungen oder Turnieren. Außerdem verabreden wir uns auch zu Gruppenbegegnungen. Dem Landjugend-Kreisverband Hof / Wunsiedel gehören zehn aktive Ortsgruppen an. Somit haben wir eines der engsten Landjugend-Netze in Bayern. Jede Woche ist hier was los!

Wie sieht das Vereinsleben aus?
Wir treffen uns unter der Woche mittwochs, um verschiedenen Aktivitäten nachzugehen. Hier plant die Vorstandschaft immer ein abwechslungsreiches Programm. Es geht zum Bowlen oder Kartfahren, ins Kino oder in den Soccerpark. Außerdem treffen wir uns auch mal zum Essen oder im Sommer zum Grillen am Förmitzspeicher.

Welche Rolle spielen alte Traditionen?
Die Traditionen spielen bei uns eine große Rolle – Brauchtumspflege ist schließlich wichtig und macht unseren Verein aus. Wir haben eine aktive Volkstanzgruppe, die sich immer montags zum Proben trifft. Eine eigene Vereinstracht gibt es auch: Die Mädels haben seit dem letzten Jahr neue maßgeschneiderte Dirndl, die sie komplett nach ihren eigenen Vorstellungen entworfen haben. Unsere Jungs tragen traditionsgemäß Lederhosen, und zwar jeweils mit ihrem eigenen, individuellen Kürzel. Natürlich beschäftigen wir uns auch jedes Jahr mit dem Maibaumklau, in dieser Angelegenheit schließen wir uns meist mit einer anderen Landjugend zusammen. Spalier stehen spielt bei uns auch eine Rolle. Jedes Mitglied, das heiratet, wird von uns vor der Kirche empfangen und bekommt eine kleine Aufmerksamkeit. Nicht zu vergessen ist auch unsere Erntekrone, die wir alle zwei Jahre neu binden.

Wie lassen sich die alten Traditionen mit dem modernen Leben junger Menschen verbinden?
Ohne die moderne Technik könnten wir die alten Traditionen gar nicht umsetzen. Wir verbreiten alle unsere Termine über WhatsApp, Facebook und per E-Mail an die Mitglieder. Wir sind der Meinung, dass alles modern ist, was die Jugend will – und wer weiß das besser als die Jugend selbst? Unsere Vorstandschaft besteht schließlich nur aus jungen Menschen in einem Alter zwischen 15 und 22 Jahren.

Wie stehen gleichaltrige Freunde aus der Stadt zu den Landjugend-Aktivitäten?
Man verbindet Landjugend ja meist mit Landwirtschaft. Das ist jedoch schon lange nicht mehr so. In unserem Verein engagieren sich immer mehr junge Menschen, die keinen landwirtschaftlichen Hintergrund haben. Wir ziehen mit unseren Aktivitäten also auch Jugendliche aus der Stadt an – einfach mit unserem breit gefächerten Programm.

Sind Sie auch auf überregionaler Ebene aktiv?
Unser Festausschussvorsitzender Michael Kießling war bis 2016 Vorsitzender des Landjugend-Kreisverbandes Hof / Wunsiedel. Aktuell ist er noch als Sprecher für Jugend- und Gesellschaftspolitik im Bezirksverband tätig. Außerdem sind zwei Mitglieder aus unserer Landjugend in der Vorstandschaft des Kreisverbandes aktiv. Unser Sebastian Schaller ist außerdem Vorsitzender des Bundes der deutschen Landjugend.

Warum kommen junge Leute heutzutage zur Landjugend?
Weil sie in ihrer Heimat etwas erleben und unternehmen wollen und dafür auch gerne Verantwortung übernehmen. Sie verbringen ihre Freizeit einfach gerne gemeinsam.

Kann man zu alt werden für die Landjugend?
Unserer Mitglieder scheiden nicht automatisch mit einem bestimmten Alter aus dem Verein aus. Das ergibt sich von selbst und ist meist ein schleichender Prozess. Die Fortgeh-Mentalität lässt mit zunehmenden Alter oder auch durch Hochzeit ganz von alleine nach. Steht jedoch so ein großes Fest wie das diesjährige Jubiläum an, können wir auf jedes einzelne Mitglied zählen, auch die Älteren. Hier helfen Jung und Alt ganz selbstverständlich zusammen. Manfred Köhler

 

Weitere Informationen zum Jubiläum der Landjugend Schwarzenbach/Saale gibt es unter www.jubi2017.de.

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