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Diakonie sucht kontaktfreudige Menschen

Hadwiga Schneider und Hannelore Schwarzer haben über den Besuchsdienst der Diakonie Kontakt zueinander aufgenommen. Er vermittelt Hausbesuche für Senioren.

Hadwiga Schneider und Hannelore Schwarzer haben über den Besuchsdienst der Diakonie Kontakt zueinander aufgenommen. Er vermittelt Hausbesuche für Senioren.

Zwei ältere Damen haben sich auf Vermittlung der Diakonie kennengelernt und treffen sich seither regelmäßig. Jetzt werden Menschen gesucht, die es ihnen gleichtun wollen.

Bei den beiden stimmt die Chemie, das merkt man sofort. Sie lachen viel und sprechen gern über „hochaktuelle“ Dinge, wie sie übereinstimmend berichten. Denn alt zu werden sei zwar schön. „Aber nur im Stuhl zu sitzen ist doch blöd“, sagt Hannelore Schwarzer. „Man muss sich am Leben beteiligen!“ Also besucht sie einmal in der Woche Hadwiga Schneider, um sich mit ihr auszutauschen – und um gemeinsam zu lesen. Denn Schneider ist fast blind.
„Besuchsdienst“ nennt sich das, denn kennengelernt haben sich die beiden älteren Damen vor etwa eineinhalb Jahren durch die Vermittlung von Werner Schrepfer, Leiter der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit der Diakonie (KASA). Doch längst haben Hadwiga und Hannelore ihren eigenen Rhythmus gefunden. Alle 14 Tage kommt Hannelore „wenn Frau Schneider nicht gerade auf Reisen ist“. Denn die hat noch Haus und Bruder in Österreich, wo sie aufgewachsen ist. Die Reisen mit der Bahn meistert sie trotz ihrer Sehbehinderung allein. Die Strecken kennt sie in- und auswendig, die Abfahrtszeiten schreibt ihr ein Nachbar in extra großen Ziffern auf. Doch Lesen kann sie eben nicht mehr allein und freut sich, wenn Hannelore das für sie beide übernimmt. Ein wirklich sehr aktuelles Thema haben sie sich zurzeit vorgenommen: den Bestseller „Die verschleierte Gefahr“ von Zana Ramadani.
„Wir haben ungefähr die gleichen Ansichten, das ist schön“, sagt Hadwiga. „Wir verstehen uns einfach gut.“ Und dabei sind die beiden keineswegs einsam: Hadwiga, übrigens Jahrgang 1937, besucht selbst noch regelmäßig einen älteren Herrn, der im Pflegeheim lebt, und hat außerdem Kontakt zu ehemaligen Asylbewerbern, um die sie sich viele Jahre lang gekümmert hat. „Ich bekomme Post aus aller Welt“, erzählt sie.
Auch Hannelore, geboren 1935, hält Kontakt zu weiteren älteren Herrschaften. Im Ruhestand hat sie sich sogar als Demenzhelferin ausbilden lassen und jahrelang Menschen betreut, die an Demenz erkrankt waren. Und beide Damen haben Familie in Hof: Während eine von ihnen vor kurzem Oma wurde, hat die andere schon drei Urenkel. Allein stehen sie also nicht da – und dennoch freuen sie sich immer, sich zu sehen.
„Es kann aber auch mal sein, dass es nicht so gut passt“, erklärt Werner Schrepfer von der Diakonie. Doch dafür sei die Offenen Altenhilfe da, eine Fachstelle der KASA: Sie will möglichst die richtigen Partner zusammenbringen. Man müsse sich nur trauen, den ersten Schritt zu machen. Wer gerne mehr Kontakt hätte oder etwas Zeit übrig hat, um selbst ab und zu jemanden zu besuchen, kann sich an Schrepfer wenden. Auch Angehörige können sich melden. „Generell ist es gut, wenn diese wissen, dass Mutter oder Vater nun manchmal Besuch bekommen und von wem“, erklärt er. Dafür würden Treffen vereinbart, bei dem sich alle kennenlernen können.
Kontakt: Werner.Schrepfer@diakonie-hochfranken.de; Telefon 09281 540 390 580.

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