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Saalfelder Feengrotten: Im Zauberreich geflügelter Wesen

Höhepunkt jeder Führung durch die Feengrotten ist der Besuch des Märchendoms. Fotos: Matthias Frank Schmidt, Saalfelder Feengrotten

Höhepunkt jeder Führung durch die Feengrotten ist der Besuch des Märchendoms. Fotos: Matthias Frank Schmidt, Saalfelder Feengrotten

Die Feengrotten in Saalfeld gehen auf ein Alaunbergwerk zurück, in dem einst härteste Arbeitsbedingungen herrschten. Inzwischen hat sich daraus ein Touristik-Zentrum entwickelt, das in eine weitverzweigte Märchenwelt entführt.

Die Macht der Fantasie erschuf bei Saalfeld eine zauberhafte Märchenwelt, die heute Touristen in Scharen anlockt. Dabei war das einstige Alaunschieferbergwerk, aus dem die Feengrotten hervorgegangen sind, zunächst ganz und gar kein verlockender Ort. Im 16. Jahrhundert erschufteten sich die Bergleute hier tief unter der Erde einen frühen Tod.
Schon vor der Stilllegung im 19. Jahrhundert entstanden in den künstlichen Grotten Tropfsteine, die durch die unterschiedlichsten Mineralien in unwirklichen Farben leuchten. Seit 1914 werden die bunten Höhlen als Feengrotten touristisch vermarktet. Voll ausgeschöpft wird das Potenzial des märchenhaften Namens inzwischen mit dem Feenweltchen, einer Zauberwelt mit geflügelten Wesen, und dem Grottoneum, einem Mitmach-Museum rund um das Thema Bergwerk.

Im Feenweltchen über den Grotten kann man geflügelten Zauberwesen begegnen.

Im Feenweltchen über den Grotten kann man geflügelten Zauberwesen begegnen.

Am besten, man bucht alle drei Attraktionen im Paket und beginnt mit den Feengrotten selbst. Für die Stollen-Befahrung wird man mit traditionellem Umhang, Mütze und Lampe ausgestattet wie ein Heinzelmännchen, was nicht nur die Kinder begeistert. Das harte Leben der Bergleute wird nachvollziehbar, wenn man sich selbst mit Schlägel und Eisen am steinharten Fels versucht. Nach weitverzweigten Rundgängen wartet als Höhepunkt der atemberaubende Märchendom mit Musik und Lichtfeuerwerk auf.
Bei allem unterirdischen Zauber: Zurück an der Oberfläche zu sein, genießt man dann doch – und umso mehr im Feenweltchen, einem im Wald versteckten Reich aus verwunschenen Überraschungen am Wegesrand. Kinder können hier klettern, in Höhlen kriechen und sich von geflügelten Feen schminken lassen.

Als Erlebnisausstellung zum Anfassen und Staunen versteht sich das Grottoneum.

Als Erlebnisausstellung zum Anfassen und Staunen versteht sich das Grottoneum.

Wem ein Museumsbesuch im Anschluss an solche Erlebnisse ernüchternd erscheinen mag, der kennt das Grottoneum noch nicht. Das Thema Bergbau erschließt sich hier in einer weiteren Zauberwelt für sich, in der man anhand von Filmen, Mitmachstationen und Fenstern in geheimnisvolle Tiefen eher so nebenbei lernt und eigentlich ohne es zu merken. So empfindet man auch das Grottoneum am Ende als einen Ort, den man gar nicht gerne verlässt, am liebsten noch mal durchwandern möchte. Und der noch lange die Fantasie beschäftigt.
Die Feengrotten eignen sich für Familien mit großen und kleinen Kindern, Bergbau-Interessierte, Romantiker und Märchenfreunde. Von Hof aus fährt man am besten direkt über Bad Lobenstein und Leutenberg. Für die rund 70 Kilometer braucht man zwar deutlich über eine Stunde, die Anfahrt lohnt sich aber wegen der Sehenswürdigkeiten unterwegs – darunter aufsehenerregende Landschaften wie die Saalfelder Bohlenwand und zahlreiche Burgen.
Feengrotten und Grottoneum sind im November täglich von 11 bis 15.30 Uhr zu besichtigen. Fürs Feenweltchen muss man sich allerdings beeilen, das hat nur noch bis zum 4. November geöffnet. Weitere Infos: www.feengrotten.de Manfred Köhler
ProHof verlost Eintrittskarten. Einfach das Rätsel am Ende des Magazins lösen und das Lösungswort bis 15. November an ProHof e. V., Ludwigstraße 24, 95028 Hof oder per Mail an prohof@tvo.de schicken.

Tipp:
Auch wenn man rund um die Feengrotten locker einen Tag verbringen kann, sollte man noch eine Stunde für einen kleinen Rundgang durch Saalfeld einplanen. Besonders sehenswert sind die vier erhaltenen Tortürme der einstigen Befestigung mit Resten der Stadtmauer und der „Hohe Schwarm“, eine spektakuläre Burgruine in Zentrumsnähe. Auch das Stadtmuseum im ehemaligen Franziskanerkloster ist eine Besichtigung wert.

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