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Adam Dzielak: „Glücksgut“ sorgt für glückliche Damen

Als Moderator eigener Modenschauen ist Adam Dzielak in seinem Element. Inzwischen hat er sich aber auch den Traum erfüllt, einen eigenen Laden zu betreiben: In seiner Geburtsstadt Helmbrechts hat Adam Dzielak in diesem Jahr unter dem Haupt-Label „Glücksgut Manufaktur“ in der Luitpoldstraße 27 ein Designermodegeschäft für Damen und Herren eröffnet. Auch große Größen bietet er hier unter der Marke „Nice Sizes by GÜ“ an. Dem Qualitätszeichen „Made in Germany“ hat sich Adam Dzielak mit einer eigenen Manufaktur für Schnitttechnik, Design und Konfektion verschrieben. Fotos: Jörg Schleicher

Als Moderator eigener Modenschauen ist Adam Dzielak in seinem Element. Inzwischen hat er sich aber auch den Traum erfüllt, einen eigenen Laden zu betreiben: In seiner Geburtsstadt Helmbrechts hat Adam Dzielak in diesem Jahr unter dem Haupt-Label „Glücksgut Manufaktur“ in der Luitpoldstraße 27 ein Designermodegeschäft für Damen und Herren eröffnet. Auch große Größen bietet er hier unter der Marke „Nice Sizes by GÜ“ an. Dem Qualitätszeichen „Made in Germany“ hat sich Adam Dzielak mit einer eigenen Manufaktur für Schnitttechnik, Design und Konfektion verschrieben. Fotos: Jörg Schleicher

Mit einem Paukenschlag startete Adam Dzielak vor rund 20 Jahren in die Selbstständigkeit: Zur Eröffnungsmodenschau seiner damaligen Firma „Dzielak Livingdesign“ lud er in sein Privathaus ein, wo die sich drängenden Gäste die Inneneinrichtung bestaunen konnten, während Laien-Models die neueste Mode präsentierten. Der 1959 geborene Helmbrechtser verfügte damals schon über langjährige Erfahrung als Designer, aber Mode war nie sein einziges Metier. Vielmehr folgte er einer Vision. Wir haben nachgefragt:

Mit welcher Geschäftsidee sind Sie in die Selbstständigkeit gestartet?
In bin damals mit dem Anspruch angetreten, Lebensräume zu gestalten, und zwar ausgehend von sportlich-eleganter Damen- und Herrenmode bis hin zum gesamten Wohnumfeld. Ich wollte mir einen Namen machen mit Top-Design in „Stil und Style“. Das heißt, ich gebe das Styling der Mode vor – und der Stil meiner Kundinnen entwickelt sich dann durch die jeweils eigene Persönlichkeit.

Hat sich die Firma im Sinne Ihrer anfänglichen Ziele entwickelt – oder sind Sie ganz woanders angekommen?
Ich kreiere nach wie vor ebenso tragbare wie exklusive Mode für Damen und Herren und präsentiere sie bei außergewöhnlichen Modenschauen im In- und Ausland. Auch dem übergeordneten Komplex, der Lebensraumgestaltung, bin ich treu geblieben. Jüngstes Beispiel ist die Raumausstattung einer Gaststätte in Köditz, die ich bis hin zu Deko und Vorhängen auch selbst installiert habe. Geändert hat sich allerdings mein Haupt-Label, unter dem ich auftrete. 2011 habe ich die Marke Glücksgut entwickelt, die sich überall im Design widerspiegelt und meine Arbeit auf den Punkt bringt.

Was macht den besonderen Reiz Ihres Angebotes aus?
Ich verstehe mich als Mittler zwischen Design und Mode, wobei der jeweilige Mensch für mich an erster Stelle steht. Um meine Kundinnen mit meiner Mode wirklich glücklich zu machen, gehört ein ausführliches Beratungsgespräch zwingend dazu. Mein Label steht dabei für innovative Designlinien, Kreativität und inspirierende Trends.

Auch wenn ein Angebot noch so nützlich ist, im Geschäftsleben ergeben sich immer wieder Flauten und Krisen. Wie sind Sie damit fertig geworden?
Ich bin von Anfang an zweigleisig gefahren und habe auch als Freelancer gearbeitet, also als freier Mitarbeiter für große Firmen. Das hat mir geholfen, zum Beispiel die Finanzkrise 2008 zu überstehen. Außerdem ging ich immer sehr vorsichtig in die Produktion und achtete darauf, nicht zu viel Ware auf Lager zu halten. Qualität statt Quantität, das ist eine Regel, die nicht nur im Alltagsbetrieb, sondern vor allem in Krisenzeiten besonders hilfreich sein kann.

Unternehmer kennen selten geregelte Tagesabläufe. Wie geht man selbst mit der Belastung um, und wie vermeidet man Konflikte mit Freunden und Familie?
Selbstständig heißt, dass man auf sich selbst gestellt ist, und zwar ständig. Man kann sich nicht einfach mal zurücklehnen und alles schleifen lassen. Und genau das sollte man mit seiner Familie unverblümt besprechen, bevor man sie mit auf die große Reise in die Selbstständigkeit nimmt. Umgekehrt sollte man sich als Unternehmer der Familie gegenüber in die Pflicht nehmen, also bei allen Entscheidungen im Plural denken und sich fragen: Welche Auswirkungen hat es auf andere, wenn ich das jetzt so mache? Natürlich kann man auch mit noch so viel Kommunikation nicht ausschließen, dass es zu Reibungen in der Familie kommt, aber man kann größeren Verwerfungen vorbeugen.

Für manche Unternehmer ist die eigene Firma ein Mittel zum Zweck des Geldverdienens, für andere die pure Leidenschaft. Wie ist das bei Ihnen?
Wenn man die langen Arbeitszeiten nicht als Freude empfindet, weil man die Arbeit einfach gerne tut, dann wird die Selbstständigkeit irgendwann zur Qual. Man ist eben auch als Unternehmer nicht unbedingt der Herr seiner Zeit, aber man kann lernen, mit den Herausforderungen der eigenen Firma richtig umzugehen. Für mich bedeutet das zum Beispiel, dass ich Dienstreisen als eine besondere Form von Freizeit vom üblichen Alltagsgeschehen genieße. Ich finde es einfach toll, im Rahmen meiner Arbeit woanders sein zu dürfen und besondere Erlebnisse dort zu haben.

Stillstand ist Rückschritt, so heißt es. Wie haben Sie es geschafft, Ihr Geschäft immer wieder den neuen Herausforderungen anzupassen?Man muss den Markt beobachten und sich fragen: Was geht in den Köpfen der Leute vor, was spielt sich in den Medien und im Internet ab? Auch an meinem Geschäft geht die Digitalisierung nicht vorbei. Konkret heißt das, ich werde auf meiner Homepage www.gluecksgut-manufaktur.com die Bereiche Shop und Service weiter ausbauen und noch individueller gestalten. Der Handel per Versand ist ein wachsender Markt, und darauf muss man auch in meinem Geschäft reagieren.

Welche Zukunftspläne verfolgen Sie für Ihr Unternehmen?
Der Terminplan für 2018 ist schon rappelvoll. Zu den Highlights gehört eine große Benefizmodenschau Ende März in der Göstrahalle in Köditz. Dabei tritt unter anderem auch der Sänger Tony Fazio als Model auf und gibt anschließend ein Konzert. Außerdem veranstalte ich nächstes Jahr mindestens eine Modenschau an einem ungewöhnlichen Ort, und zwar im Sommer im neuen Fernwehpark in Oberkotzau.

Aufgrund der Erfahrungen, die Sie selbst gemacht haben – was würden Sie einem Existenzgründer von heute raten?
Man sollte sich nicht zu sehr auf die Banken verlassen, sondern schauen, dass man mit einem angemessenen Finanzpolster antritt. Dabei gilt es aber, private und geschäftliche Finanzen streng zu trennen. Außerdem sollte man vor der Gründung ein klares Konzept ausarbeiten und vor allem über das mögliche Kundenpotenzial nachdenken. Mein wichtigster Rat aber ist, dass altbewährte Regeln nach wie vor gelten, auch wenn sie noch so verbraucht klingen mögen. Der Kunde ist König, das ist für mich die wichtigste Leitlinie überhaupt. Oder anders ausgedrückt: Service, Service, Service!
Manfred Köhler

 

Um die Jahrtausendwende gab es einen besonderen Gründerboom in Hof. Außergewöhnlich viele neue Unternehmer starteten aus der Arbeitslosigkeit in die Selbstständigkeit. In Zusammenarbeit mit dem Gründerzentrum Hof stellte das Pro-Hof-Magazin 18 dieser frischgebackenen Firmenchefs aus der Region Hochfranken über Monate hinweg mit einer Artikelserie vor. Nun ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen: Wer ist noch im Geschäft, wer nicht – und wer hat vielleicht sogar Karriere gemacht?

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