Der Verein für Hof – in Bayern ganz oben.

Fasching in der Region: Erst am Aschermittwoch ist alles vorbei

Die 1. Hofer Karnevalsgesellschaft Narhalla feiert am 20. Januar ihren 60. Geburtstag und lädt ihre Gäste bei ihrer ersten Prunksitzung zum Mitfeiern ein. Die zweite Geburtstagsfeier „60 Jahre Narhalla Hof“ findet am 3. Februar statt. Gefeiert wird jeweils ab 19.11 Uhr im Festsaal der Freiheitshalle Hof. Es war der damalige Präsident Gunther Maria Skuhra, der am 20. Januar 1958 mit einigen Mitstreitern die 1. Hofer Karnevalsgesellschaft Narhalla aus der Taufe gehoben hat. Es wurde ein Elferrat und eine Prinzengarde aufgestellt, und am 2. Februar 1958 fand die erste Prunksitzung statt.
60 Jahre später ist die Narhalla so gewachsen, dass sie aus eigenen Reihen ein über fünfstündiges Prunksitzungsprogramm auf die Beine stellt. Dabei sind von der „Talentschmiede“, den Superminis ab drei Jahren, der Jugendgarde, der Juniorengarde, der Prinzengarde bis zu den „Narhalla-Schneggla“ und dem Männerballett Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne, die älter sind als die Narhalla. Auch bei den Büttenrednern und dem Gesang ist die Narhalla bestens aufgestellt.
Grund zum Feiern haben auch die „Hofer Wärschtlamänner“. Sie geben schon seit 40 Jahren ihren Senf zum kommunalpolitischen Geschehen. Aus Anlass ihres 40. Bühnenjubiläums werden sie ihre Gäste mit einem Geburtstagsprogramm überraschen. Als besonderer Geburtstagsgast hat sich Kreisarchivpfleger Adrian Roßner angekündigt, der bekannt ist durch seine humorvollen Geschichtsvorträge. Er wird als „Fahrer des OB“ sicher auch lustige, weniger bekannte Geschichten aus dem Rathaus erzählen.
„Möglich ist unsere lange Vereinsgeschichte nur mit einem beständigen und freundlichen Miteinander aller Aktiven“, erzählt Narhalla-Präsidentin Beate Stock. Ob auf oder hinter der Bühne, jedes Mitglied steuere seinen persönlichen, wichtigen Anteil zum Gelingen aller Veranstaltungen bei: „Diese Zuverlässigkeit war der Grund, dass sich die Hofer Narhalla in den vergangenen Jahrzehnten auch überregional mit Bravour beweisen durfte.“ So betraute der Bund Deutscher Karneval die Narhalla bereits mehrmals mit der Ausrichtung von Fränkischen, Süddeutschen und sogar Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport. „Wir freuen uns schon jetzt, dass wir in unserer schönen Hofer Freiheitshalle auch im Jahr 2019 wieder der Gastgeber der Süddeutschen Meisterschaft sein dürfen“, sagt Beate Stock. „Besonders freuen wir uns, dass wir vom Bayerischen Rundfunk erneut für eine Fernsehaufzeichnung ausgewählt wurden.“ Der Bayerische Rundfunk ist am Faschingsdienstag, dem 13. Februar, beim Kehraus zu Gast und überträgt live die Höhepunkte des Faschingsendspurtes aus Hof.
Mit ihrer Lieblichkeit Annelie I. und seiner Tollität Ronald I. wurde einst in der Session 1959/1960 das erste Hofer Prinzenpaar auf den Thron gehoben. Seit dieser Zeit verlesen die Hofer Prinzenpaare traditionell bei ihrer Inthronisation mit launigen Worten ihre Regierungserklärung und verkünden ihre Regentschaft. Dabei befreien sie die Stadtoberhäupter für die Tage bis zum Aschermittwoch von ihrer schweren Bürde des Regierens und übernehmen die Stadtkasse und den Rathausschlüssel. Besonders erfreulich sei es dabei, dass von den begeisterten, tollen Prinzenpaaren in den letzten Jahren viele dem Verein treu geblieben sind und aktiv mitwirken.
Die Inthronisation des Hofer Jubiläums-Prinzenpaares Katja I. und Gerhard der II. findet am Sonntag, 7. Januar, um 14 Uhr bei freiem Eintritt im Festsaal der Freiheitshalle Hof statt. Nachdem Prinz Gerhard den Hofern als einer der „Hofer Volksfestwirte“ gut bekannt ist und auch durch seinen Beruf bei der Bundeswehr sicher mit Führungsaufgaben gut umgehen kann, darf man gespannt sein, womit das Hofer Prinzenpaar die Stadtoberhäupter in ihrer „amtsfreien Zeit“ beschäftigt.
In der Session 1961/1962 wurden der Narhalla-Spielmannszug in seinen schwarz-gelben Uniformen gegründet, der auch im Jubiläumsjahr mit Otto Zapf an der Spitze das Publikum auf die Prunksitzungen einstimmt. Ein ganz wichtiger Bestandteil der Hofer Narhalla ist das Männerballett, das im Jahr 1969 das Publikum erstmals als „Saalegirls“ von seinen Plätzen riss. Dabei übernahm Elferrats-Ehrenpräsident Wolfgang D. Härtl, der bis zum letzten Jahr aktiver Tänzer im Männerballett war, die Choreografie.
Nach dem Gründungspräsidenten Gunter Maria Skuhra wurden die Geschicke der Narhalla Hof federführend von den Präsidenten Hans Janovsky, Ronald Schaller, Hans Hertlein, Alfons Rödel, Max Frank und von 1994 bis 2015 über 20 Jahre vom Ehrenpräsidenten Siegfried Hohmann gelenkt. Im Gründungsjahr sei es für die Herren wohl kaum vorstellbar gewesen, dass im Jahr 2018 eine Frau die Narhalla als Präsidentin repräsentiert. So leiten seit dem Jahr 2015 Beate Stock als Präsidentin, Andreas Flügel als 2. Vorstand, die Schatzmeisterin Jutta Jahn, der Elferratspräsident Ralf Schödel und Heike Plötner als Protokollchefin die Geschicke der Narhalla Hof.
Dieser Wandel in der Geschichte der Narhalla Hof steht auch mit der Gründung der „Narhalla-Schneggla“ im Jahr 2000 in Verbindung. Nachdem sich unter den sehr aktiven Muttis der Gardemädchen über 20 tanzbegeisterte Damen befanden, die endlich auch mitmachen wollten, organisierte Beate Stock das erste Training, stellte sich als Betreuerin zur Verfügung, und seit dieser Zeit sind die „Schneggla“ nicht mehr vom Prunksitzungsprogramm wegzudenken. Auch für das Vereinsleben sei dies ein wichtiger Einschnitt gewesen. So engagieren sich viele Schneggla und auch deren Männer aktiv im Verein und sind eine große Stütze bei allen Veranstaltungen, auch weit über den Fasching hinaus.
„Besonders stolz sind wir seit vielen Jahren auf unsere hervorragende Jugendarbeit“, erzählt Beate Stock. So seien die Tänzerinnen und Tänzer in den vergangenen Jahrzehnten häufig bei Süddeutschen und Deutschen Meisterschaften im karnevalistischen Tanzsport auf vorderen Plätzen vertreten gewesen. Heute tanzen in vier Altersklassen weit über 100 Kinder und Jugendliche.
„Auch bei den Büttenrednern können wir auf viele unvergessliche Mitstreiter zurückblicken“, erzählt Beate Stock. Besonders zu erwähnen sei dabei „Allrounder“ Harald Loeffler, bekannt als die „Emma vom Silberberg“, der auch der Macher der Hofer Stadtstreicher Bastian Kowalke und Michael Loeffler sei. Unersetzlich seien außerdem Ehrenpräsident Alfons Rödel und Siegfried Hohmann, Anja Hohmann, Werner Baumgärtel, Winfrid Winkler, Thomas Reinhold und viele mehr. Im Jubiläumsjahr haben sich unter anderem Andrea Mendel und Andreas Flügel, die „Närrische 4“, Werner Bouse und Maria Turgut wieder so manches einfallen lassen.
Im musikalischen Bereich sei der Faschingshit „Hof bleibt Hof“ von Eva Hagen noch heute ein Ohrwurm und dürfe daher auch bei den Jubiläums-Prunksitzungen nicht fehlen. Auch bei den Finalliedern unter anderem von Harald Loeffler und Wolfgang Krause werde es viele emotionale Momente geben.
„In den letzten Jahren ist die Narhalla zum Wohle der Jugendarbeit auch außerhalb des Faschings bekannt und aktiv“, erzählt Beate Stock weiter. „So unterstützen wir mit herausragendem Engagement unserer Alexandra Puchta nach dem Motto „ProHof“ auch gerne Veranstaltungen der Stadt Hof, so zum Beispiel im Jahr 2016 beim Tag der Franken, dem Bürgerfest, beim Saaleauenfest, dem Herbstmarkt und schon viele Jahre beim Weltkindertag.“
Aber was wäre der Fasching ohne die entsprechenden Faschingsveranstaltungen? So fungierte im Jahr 2006 nach jahrelanger Stadt-Hoheit erstmals die Narhalla als Kehraus-Gastgeber in der Bürgergesellschaft. „Besonders freute sich über den tollen Erfolg der Veranstaltung unser leider viel zu früh verstorbener zweiter Vorstand Thomas Gebhardt, der damals Urheber war.“ Nachdem nicht nur die kleinen, sondern auch die großen Faschingsfans begeistert waren, findet der Kehraus für die Erwachsenen bis zum endgültigen Faschingsende statt. „Zum großen Faschingstreiben beim Jubiläums-Kehraus mit Kinderfasching laden wir alle Familien und Kinder am 13. Februar ab 14 Uhr in die Bürgergesellschaft ein“, kündigt Beate Stock an. Um 19.11 Uhr beginnt der Kehraus für die Erwachsenen mit Rückgabe der Stadtkasse und des Rathausschlüssels an den Hofer Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner.
„Nachdem die Faschingsveranstaltungen in Hof immer weniger wurden und wir der Meinung waren, der Fasching in Hof darf nicht aussterben, sprang die Narhalla im Jahr 2009 zum Wohle des Hofer Faschings zum zweiten Mal in die Bresche“, sagt Beate Stock. So fand am 20. Februar 2009 in der Bürgergesellschaft der erste große Narhalla-Fasching statt. „Und schon feiern wir im Jubiläumsjahr am Samstag, 10. Februar, ab 19.11 Uhr in der Bürgergesellschaft Hof den 10. Narhalla-Fasching, zu dem wir herzlich einladen.“ Für die richtige Stimmung sorgt, wie bei allen Narhalla-Veranstaltungen, Jochen Bierl mit seiner Band.
„Wir freuen uns, dass wir in der glücklichen Lage sind, unseren 60. Geburtstag mit unseren tollen Tänzerinnen und Tänzern in allen Altersklassen, den Hofer Wärschtlamännern, unserer Playpack-Show, den Büttenrednern und Sängern auf der Bühne zu feiern“, zieht die Präsidentin Bilanz.

Trachten-Spektakel mit den Soul-City-Dancers
Unter dem Motto „SpekTrachtl – wer ko, der ko“ laden die Soul-City-Dancers zu ihren Prunksitzungen ein. Wer den Flyer der Soul-City-Dancers vom Volksfestumzug kennt, der weiß, was gemeint ist: Die Wortschöpfung „SpekTrachtl“ setzt sich zusammen aus „Spektakel“ und „Tracht“. Das erste Wort umschreibt, was die Prunksitzungen der Soul-City-Dancers schon immer waren: ein buntes Spektakel aus mitreißenden Tanzdarbietungen, untermalt mit live vorgetragenen Gesangseinlagen und einigen wenigen, aber zündenden Büttenreden. „Tracht“ deutet an, dass die Bühnendekoration und das gesamte Ambiente etwas mit der Bayrischen Trachtenkleidung zu tun hat, wie sie bei Volksfesten immer öfter getragen wird – und wie sie gerne auch die Besucher der Prunksitzungen tragen dürfen!
Das „wer ko, der ko“ schließlich kann jeder auslegen wie er will. Sei es als Anspielung auf die beiden Titel des Deutschen Meisters der letzten Session oder die Programmgestaltung der Prunksitzungen, die von viel tänzerischem Können geprägt ist. Damit ist schon einiges, aber nicht alles zu den beiden Veranstaltungen im Festsaal der Freiheitshalle verraten. In puncto Bühnenbild, Programm und Moderation, passend zum Motto, sind die „Soulies“ immer für eine Überraschung gut.
Bei der Programmgestaltung eröffnen traditionsgemäß die Kleinsten, die „Flöhe“ im Alter von drei bis fünf Jahren, den bunten Reigen an Tänzen. Im Laufe der Veranstaltung wechseln sich dann die Aktiven der verschiedenen Altersgruppen ab, damit genügend Zeit zum Umziehen bleibt. Fast alle der rund 160 Aktiven stehen mehrmals auf der Bühne: in der Gruppe mit den Turniertänzen, in kleinen Gruppen oder als Solisten mit speziell für die Prunksitzungen choreografierten Tänzen. Die verschiedensten Stilrichtungen sind dabei vertreten, seien es Hip-Hop oder Jazz Dance – wobei den Unterschied wohl nur Insider kennen. Für die Masse des Publikums zählt, dass das Ergebnis der fantasievollen Choreografie und des engagierten Trainings gut gefällt und zum Besuch auch im nächsten Jahr einlädt.
Die Termine der beiden Veranstaltungen sind: Samstag, 27. Januar, Beginn 19 Uhr, und Sonntag, 28. Januar, Beginn 14 Uhr.

Töpen feiert mit Tanz, Umzug und Kehraus
Das neue Prinzenpaar wird mit der Inthronisation am 7. Januar um 14 Uhr in der Turnhalle Töpen die Macht übernehmen und als offizielle Repräsentanten der Gemeinde Töpen die närrische Welt bereisen. In einem dreistündigen Programm zeigt die Karnevalsgesellschaft (KaGe) Töpen dabei schon mal ein paar schöne Programmhighlights: Gardetanz der Großen, verzaubernder Schautanz der Minis, faszinierende Solisten und weitere tolle Gruppen und Tanzpaare.
„Töpen tanzt“ heißt es am Samstag, 3. Februar, ab 19 Uhr in der Turnhalle Töpen. Die KaGe präsentiert in drei kurzen Parts ein paar tolle Tänze. Doch zwischendurch und ab 22 Uhr bis in die frühen Morgenstunden wird Fasching gefeiert und getanzt mit Discofox und Co.
Der Töpener Faschingsumzug rollt am Sonntag, 11. Februar, ab 13 Uhr. Alle zwei Jahre findet der Original Töpener Faschingsumzug statt. Viele Fußgruppen und toll verkleidete Wagen präsentieren sich auf der Strecke von Hohendorf nach Töpen und durch Töpen. Für alle Zuschauer ist auch in der Dorfmitte reichlich geboten, nämlich ein DJ, eine Samba-Gruppe, Essbuden, Getränke und vieles mehr. Der Tag endet auf der After-Show-Party in der Turnhalle Töpen. Der Kinderfasching steigt am Dienstag, 13. Februar, ab 14 Uhr in der Turnhalle Töpen. Der Kehraus steht ebenfalls am Dienstag, 13. Februar, ab 19 Uhr in der Turnhalle Töpen auf dem Programm. Die Schlusspunkte setzen dann das Heringsessen am Aschermittwoch, 14. Februar, ab 12 Uhr im Gasthaus Laubmann und das Geldbeutelwaschen am Kupferbach.

Zirkuswelt in Lippertsgrün
Die Prunksitzungen der Karnevalsabteilung des TuS Lippertsgrün finden am Samstag, 27. Januar, um 19.33 Uhr, am Sonntag 28. Januar, um 14 Uhr, am Freitag, 2. Februar, um 19.33 Uhr und am Samstag, 3. Februar, um 19.33 Uhr in der Halle am Sportheim Lippertsgrün statt. Unter dem Motto „Stars in der Manege“ werden die Aktiven in einem abendfüllenden Programm die gesamte Zirkuswelt in ihre Aktionen einbeziehen. Die Garden, Purzel-, Mini-, Jugend-, Junioren- und Prinzengarde, die Red Ladys und die Tanzmariechen zeigen anspruchsvolle Tänze. Auch die Büttenrednerinnen und Redner werden das Publikum wieder zum Schmunzeln und Lachen bringen. Karten gibt es im Vorverkauf unter 09282/8803.

Fasching im Unterwasserreich
In das Unterwasserreich „Tritons“ entführen die beiden Prunksitzungen der Fastnachtsfreunde Rehau am 20. und 27. Januar jeweils um 19.30 Uhr in der Jahnturnhalle. Eintrittskarten gibt es in der Rehauer Buchhandlung „Seitenweise“. Weitere Veranstaltungen der Fastnachtsfreunde sind am Faschingsdienstag, 13. Februar, um 12 Uhr die Schlüsselrückgabe im alten Rathaus und am gleichen Tag ab 14 Uhr der Kinderfasching in der Jahnturnhalle.
Pünktlich zum 11.11. hat die fünfte Jahreszeit auch in Rehau begonnen. Mit Trommelwirbel zogen die Fastnachtsfreunde des TV Rehau mit befreundeten Gastgesellschaften aus Hof, Lippertsgrün und Schirnding von der Jahnturnhalle zum Narrenbaum und weiter zum alten Rathaus am Maxplatz. Dort stellte sich Bürgermeister Michael Abraham in Begleitung einiger Stadträte mutig den Narren entgegen. Um sich der Machtübernahme zu entziehen, warf er sogar den Rathausschlüssel mit Schwung in den Perlenbach. Plötzlich entstieg aus den Fluten „Triton“ mit Gemahlin und ließ den Bürgermeister vom Elferrat in ein Fischernetz verpackt gefangen nehmen. Dann ging alles ganz schnell. Die Fastnachtsfreunde feierten „Triton“ und Gattin als das neue Prinzenpaar Katrin I. und Markus, genannt Zwicker I., und erstürmten mit ihnen an der Spitze das Rathaus mit Schlüssel und Stadtkasse.

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