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April: Im Garten geht‘s jetzt richtig los

Es hat schon einen gewissen meditativen Charakter, wenn man im Frühling in der Erde buddelt, besonders, wenn man seine ganz eigene blumige Wohlfühloase vor Augen hat. Fotos: Sabine Schmidt

Es hat schon einen gewissen meditativen Charakter, wenn man im Frühling in der Erde buddelt, besonders, wenn man seine ganz eigene blumige Wohlfühloase vor Augen hat. Fotos: Sabine Schmidt

Für alle, die das Gärtnern lieben, heißt es diesen Monat: Ran an die Schaufel, an die unbepflanzten Beete und die leeren Pflanzgefäße – und Frühlingsblüher in die Erde setzen.

„Jetzt geht’s richtig los!“, sagt Klaus Schmied, Gärtner in der Plauener Straße in Hof, auf die Frage nach der besten Pflanzzeit für Frühlingsblüher. Und seine Antwort von Mitte März (zum Redaktionsschluss dieser ProHof-Ausgabe) gilt erst recht jetzt, im April. Denn den Stiefmütterchen, Vergissmeinnicht, Gänseblümchen, Primeln, Narzissen, Hyazinthen, Ranunkeln und Co. ist zum Anwachsen eine Temperatur zwischen fünf und 10 Grad sehr lieb. „Der Boden darf halt nicht mehr gefroren sein.“ Zu viel Wärme soll beim Einpflanzen aber auch nicht vorherrschen, sonst würden die Blumen zu schnell schießen und wären nicht sehr lange haltbar. Das alles erfährt man vom Fachmann aus der Gärtnerei. Außerdem: Vor etwaigen Spätfrösten braucht der Hobbygärtner keine Angst zu haben – Temperaturen unter null Grad stecken die im April der Erde übergebenen Schönheiten ohne Weiteres weg: Stiefmütterchen sind am robustesten, vertragen schon einmal bis zu acht Minusgrade; und sogar Primeln gehen bei minus ein oder minus zwei Grad nicht sofort in die Knie.
Herrlich bunte Blumenmeere (das Farbspektrum wurde in den letzten Jahren immer imposanter und breiter), egal ob im Garten, auf dem Balkon oder der Terrasse arrangiert, erfreuen aber nicht nur das menschliche Auge, auch zahlreiche Insekten fühlen sich von den lockenden farbenfrohen Pollen- und Nektarquellen angezogen. So benötigen zum Beispiel Hummeln ab dem Frühjahr ein ununterbrochenes Nahrungsangebot, denn schon wenige Tage Hunger können für einen Hummelstaat das Ende bedeuten.
Was tun, wenn die Farbenpracht erloschen ist, die Blüten der Frühlingsblüher verwelkt sind? Wer einen eigenen Kompostplatz hat, ist fein raus: Alte Pflanzenerde wird dort mit Grünabfällen zu Humus und wandert zurück in den Gartenkreislauf. Aber aufgepasst: Hornveilchen oder Vergissmeinnicht zum Beispiel können sich auch selbst vermehren, selbst aussäen und sprießen vielleicht im nächsten Jahr – sofern der Winter nicht zu eisig war – ganz automatisch wieder an den Stellen aus der Erde, wo man die verwelkten Pflanzenteile entfernt hat. Und unbedingt in Erwägung ziehen: Die ausgegrabenen Zwiebeln abgeblühter Narzissen lassen sich gut trocken und im Herbst erneut in den Garten pflanzen. Wer allerdings vergebens nächstes Jahr auf das Keimen wieder eingesetzter Tulpenzwiebeln wartet, braucht sich nicht zu wundern: „Tulpenzwiebeln sind ein leckeres Mäusefutter“, klärt Klaus Schmied schmunzelnd auf.
Wer erst ab Mai für blumige Oasen im Freien sorgen möchte, der kann sich auf den Sommerflor freuen. Dann versprühen zum Beispiel Geranien, Petunien, Kosmeen und Dahlien ihren farbenfrohen Charme – besorgt aus der Gärtnerei oder aus dem Topf von der Fensterbank stammend, wo man aus Samen oder Stecklingen die Pflänzchen in Eigenregie heranziehen kann.  Sabine Schmidt

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