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Nachwuchsgewinnung über Facebook

Torsten Leucht in der Lehrwerkstatt der Kfz-Innung Oberfranken im Hofer Birkigtweg. Zwei Meister schulen hier unter anderem an eigenen Bremsenprüfständen.

Torsten Leucht in der Lehrwerkstatt der Kfz-Innung Oberfranken im Hofer Birkigtweg. Zwei Meister schulen hier unter anderem an eigenen Bremsenprüfständen.

Für Jugendliche, die sich für eine Ausbildung im Handwerk interessieren, aber auch für Handwerksunternehmen erschließt sich im Februar eine neue Informationsquelle. Torsten Leucht, neuer Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Hochfranken und der Kfz-Innung Oberfranken, geht in diesem Monat mit einem brandneuen Facebook-Auftritt zu den lokalen und regionalen Angeboten im Handwerk online. Bisher hatte er über seinen privaten Facebook-Account über Stellenangebote, Veranstaltungen und allgemeine Neuigkeiten im Handwerk informiert.

Am 1. Januar hat Torsten Leucht die Ämter seines Vorgängers Gerhard Fischer übernommen. Im Mittelpunkt steht dabei die Geschäftsführung der Kfz-Innung wie auch der Kreishandwerkerschaft. Hinzu kommt die Geschäftsführung weiterer angegliederter Bereiche. Sinn aller Zusammenschlüsse ist es, den angegliederten Innungen, früher bekannt als Zünfte, eine zentrale Anlaufstelle und damit regionalen Fachbetrieben mit gemeinsamen Interessen eine starke Solidargemeinschaft zu bieten.
Einen großen Teil seines Jobs bewältigt Torsten Leucht daher im Büro und am Telefon, wo er als Ansprechpartner für ratsuchende Handwerker und ihre Betriebe zur Verfügung steht. Außerdem ist er zuständig für gemeinsame Werbeaktionen, Schulungen und fachbezogene Veranstaltungen. Als eine besondere Aufgabe betrachtet er es, mit neuen Ideen gegen den Fachkräftemangel im Handwerk anzugehen. Hierbei arbeitet er nicht nur eng mit Kreishandwerksmeister Christian Herpich und dem Obermeister im Kfz-Bereich Andreas Tröger zusammen, sondern auch mit Professor Dr. Franz-Xaver Boos von der Hochschule Hof. Die Hochschule spielt dabei sogar eine ganz besondere Rolle …
Und das liegt nicht allein daran, dass Torsten Leucht dort selbst bei Professor Boos studiert hat. Der 1979 im Biengäßchen geborene Hofer absolvierte sein Abitur im zweiten Bildungsweg. Eine Ausbildung im Hofer Media Markt und die Berufsoberschule Hof waren dabei wichtige Stationen. Danach lebte Torsten Leucht unter anderem in Bayreuth und Herzogenaurach, wo er seinen Abschluss als Wirtschaftsjurist machte. Aber seiner Heimatstadt Hof blieb er immer verbunden.

Zwei überlebensgroße Pappaufsteller informieren in der Geschäftsstelle von Kreishandwerkerschaft Hochfranken und Kfz-Innung Oberfranken über Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk.

Zwei überlebensgroße Pappaufsteller informieren in der Geschäftsstelle von Kreishandwerkerschaft Hochfranken und Kfz-Innung Oberfranken über Ausbildungsmöglichkeiten im Handwerk.

Und letztlich war das auch eine der wichtigsten Voraussetzungen für seinen neuen Job: „Die Innungen suchten gezielt jemanden, der ganz besonders in der Stadt und in unserer Region verwurzelt ist und dauerhaft hier leben will“, erzählt er. Neben der Begeisterung für seine Heimatstadt kennt auch die für das regionale Handwerk keine Grenzen: „Die Vielfalt ist hier besonders groß. Es gibt so viele tolle gestalterische Berufsmöglichkeiten.“
Worauf es für Torsten Leucht jetzt ankommt, ist es, diese Botschaft zielgerichtet an die jungen Leute zu vermitteln, und zwar in ihren Worten und dort, wo sie erreichbar sind: in den sozialen Medien. Dabei will er ihnen neue, zusätzliche berufliche Perspektiven aufzeigen. Und hier schließt sich der Kreis zur Hochschule Hof: „Wir haben im Bereich der Bäcker- und Metzger-Ausbildung gute Erfahrungen mit einem begleitenden Studium gemacht“, sagt er. „Diese Möglichkeit wollen wir künftig auch für andere Gewerke anbieten.“
Das Studium begleitend zur Handwerkerlehre sei keine Konkurrenz zur Meisterausbildung, betont Torsten Leucht. Es gehe vor allem darum, den aufstrebenden jungen Handwerkern Kenntnisse in Betriebswirtschaft, Recht und Marketing zu vermitteln. Der Geselle mit Bachelor habe dann die idealen Voraussetzungen für die Meisterprüfung.
„Zielgruppe des Angebotes sind Schulabsolventen, die bisher kein auf sie zugeschnittenes Ausbildungsangebot finden“, erläutert Torsten Leucht. So denke man an Gymnasiasten, die vor dem Abitur von der Schule abgehen, oder Abiturienten, die zum Handwerk neigen, denen eine bloße Ausbildung aber zu wenig ist. Sie alle sollen auf dem neuen Weg als Facharbeitskräfte für bestehende Hofer Betriebe gewonnen werden.
Leute zusammenbringen, bei diesem Vorsatz denkt Torsten Leucht auch an Migranten, die grundsätzlich für den Arbeitsmarkt geeignet wären: „Die beiden Haupthindernisse sind meist mangelnde Deutschkenntnisse und bürokratische Hürden. Hier wollen wir künftig mit zusätzlichen Kursen und Begleitung bei Behördengängen Hilfestellung leisten.“
„#einfachmachen“ ist ein Schlagwort im Steckbrief der Facebook-Seite von Torsten Leucht. Bezogen auf das Hofer Handwerk, fasst er seine Ziele etwas umfassender, aber ähnlich prägnant zusammen: „Bei uns ist was los. Wir wollen jungen Leuten zeigen, was das Handwerk alles kann.“ Manfred Köhler

Infos und Kontakt:
Kreishandwerkerschaft Hochfranken und Kfz-Innung Oberfranken, Birkigtweg 22, 95030 Hof, 09281/73400, info@khs-hof.de, www.khs-hof.de.

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