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Traditionen zum 1. Mai: Vom Maienstecken zum Maibaumaufstellen

Seit 2001 stellen die Wölbattendorfer Ortsvereine jeweils am 30. April ihren Maibaum auf. Ein abwechslungsreiches Programm sorgt für gute Laune bei Alt und Jung. Ab 15 Uhr sind wieder Kanu-Fahrten auf dem Dorfteich möglich. Und auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Foto: Hilmar Bogler

Seit 2001 stellen die Wölbattendorfer Ortsvereine jeweils am 30. April ihren Maibaum auf. Ein abwechslungsreiches Programm sorgt für gute Laune bei Alt und Jung. Ab 15 Uhr sind wieder Kanu-Fahrten auf dem Dorfteich möglich. Und auch für das leibliche Wohl ist bestens gesorgt. Foto: Hilmar Bogler

Der 1. Mai ist heute allen voran als gesetzlicher Feiertag ein Begriff, dessen Bedeutung als „Tag der Arbeit“ schwer mit der Last zu kämpfen hat, dass man ihn angeblich unter dem NS-Regime erstmals einführte. Tatsächlich war bereits 1919 geplant gewesen, ihn zum gesetzlichen Feiertag zu erklären, doch war der Vorstoß an einer breiten Opposition gescheitert.

Für die Bewohner des Hofer Landes indes hatte er bereits lange Zeit vor dem 20. Jahrhundert eine wichtige Bedeutung – gilt er doch als einer jener Tage, an denen man das Ende der kalten Jahreszeit und damit zugleich den Beginn des Frühlings feiert. Die Hofer bringen diesen Sachverhalt mit der ihnen eigenen Stringenz zum Ausdruck, wenn sie sagen: „Edzd gihds widder nauswärts!“ Entsprechend fröhlich wurde der Tag einst begangen: In Hof fand in der Nähe des Schützenhauses ein kleines Wiesenfest für die Schuljugend statt, in dessen Rahmen man auch das sogenannte „Maienstecken“ zelebrierte: Dabei wurde jungen Damen von ihren Verehren ein frisch geschnittener Birkenbusch oder auch ein Fichtenbäumchen an das Kammerfenster gesteckt, während man die unbeliebteren Zeitgenossen durch das Anbringen eines Besens bloßstellte. Vermutlich entwickelte sich aus diesem Brauch später auch die bis heute bekannte Tradition des Maibaumaufstellens, mit dem zu Beginn den Dorfältesten bzw. den Mitgliedern der dörflichen High Society die Aufwartung gemacht werden sollte, das jedoch auch den Zusammenhalt im Dorf verdeutlichen half. Immerhin war man bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts gerade in den ländlichen Gebieten sehr stark auf die Gemeinschaft angewiesen, die beispielsweise bei der Aussaat und Ernte zusammenarbeitete und deren Mitglieder sich gegenseitig stützten. Ebenso kann auch der meist mehrere Zentner schwere Maibaum nicht alleine aufgestellt werden, sondern bringt die Dorfjugend zusammen, die ihn unter den wachsamen Augen der älteren Generation gemeinsam an seinen Standort bugsiert und dort (traditionell) mithilfe sogenannter „Scheren“ in die Senkrechte wuchtet. Ist die strapaziöse Arbeit erledigt, fand meist der Maientanz statt, der schließlich in einem geselligen Fest rund um den Baum mündete. Floss das Bier dabei in allzu großen Mengen, konnte es jedoch auch vorkommen, dass eine benachbarte Dorfjugend den eigenen Baum stahl und nur gegen eine Auslösesumme in Form von Bier oder einer guten Brotzeit wieder freigab.
Generell gilt der 1. Mai demnach als Tag des Frühlings – und in übertragener Funktion auch als Tag der Schönheit und Jugend. So soll es gegen allerlei Hautkrankheiten helfen, sich mit dem Morgentau einzureiben oder auch barfuß und „unbeschrien“ (also ohne angesprochen worden zu sein) über eine Wiese zu laufen. Die Hintergründe für alle jene Vorstellungen können weniger, wie bislang angenommen, mit altgermanischen Kulten in Verbindung gebracht werden, sondern erklären sich aus einer großen Abhängigkeit der Menschen von für sie unkontrollierbaren Entwicklungen: Da niemand zu sagen wusste, was das Jahr mit sich bringen würde bzw. mit welchen klimatischen Kapriolen man sich herumschlagen müsste, versuchte man, sich durch die Einhaltung gewisser Regeln eine Kontrolle oder Sicherheit wenigstens in Ansätzen zu suggerieren. Insofern dient der Volksglaube in erster Linie dazu, mit einer gewissen Beruhigung in die unsichere Zukunft sehen zu können. Darüber hinaus fungiert, wenngleich mittlerweile viele Bräuche aus jener Zeit längst in Vergessenheit geraten sind, insbesondere das Aufstellen des Maibaums dennoch bis heute als Anlass zum gemeinsamen Feiern und zum geselligen Beisammensein. Adrian Roßner

Krötenbruck feiert traditionell den 1. Mai

Am Dienstag, 1. Mai, feiert die Interessengemeinschaft Krötenbruck das traditionelle Maifest. Die Veranstaltung findet am gewohnten Ort, dem Krötenbrucker Krötenbrunnen statt (Eppenreuther Straße Kreuzung Theodor Körner Straße).
Das Fest startet um 10 Uhr mit einem Gottesdienst, der von Pfarrer Herwig Dinter gestaltet wird. Mitwirkende sind auch die Kinderoase der Dreieinigkeitskirche.
Dargeboten wird auch eine Aufführung der Kinder der Krötenbrucker Grundschule. Dazu gibt es Livemusik von Bernd Günter. Neben typisch fränkischen Speisen ist Hofer Bier der Brauerei Meinel im Ausschank.
Zauberer Wobby wird zudem die Kinder unterhalten.

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