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Marina Seidel trifft den Nerv des Publikums

„M’SIC“ – eigentlich sind das die Anfangsbuchstaben für „Marina Seidel in Concert und gleichzeitig der neue Titel für alles, was mit Marina Seidels Solo-Musikprojekten zu tun hat. „Aber wenn man die Buchstaben hintereinander mit dem Apostroph geschrieben sieht, assoziiert man mit ihnen auch „MUSIC“ – und das finde ich genau treffend!“, erklärt die musikbegeisterte 46-jährige, die neben ihrem (relativ jungen) Solo-Projekt auch seit 18 Jahren den weit über die Grenzen Hofs hinaus bekannten Gospelchor „Joy in Belief“ leitet.
Als sie im Jahr 1996 ein Konzert der „Glory Gospel Singers“ hört, wird sie – durch Zufall – aus dem Publikum gefischt und darf mit den Profis singen. „Daraufhin haben mich die Glory Gospel Singers animiert, selbst einen Gospelchor zu gründen, denn ich wollte Gospel-Musik singen, aber einen Chor dieser Art gab es in Hof damals nicht!“, erzählt Marina Seidel. Also gründet sie 1996 die „Jesus Gospel Singers“, die sie aber im Jahr 2000 abgibt, um mit der halben Besetzung des ehemaligen Chors als „Joy in Belief“ weiterzumachen.
Dass sie seitdem immer volle Kirchen bei ihren Konzerten hat, verwundert nicht, wenn man den Chor einmal erlebt hat. Schon bei der Probe an einem Donnerstagabend in der Stadthalle Gefrees braucht die vor Energie sprühende Chorleiterin nur mit dem Finger schnippen, und schon legt der Chor so richtig los. Aus dem Stand und ohne Noten, dafür begleitet von ganz natürlicher Bewegung und strahlender Mimik stimmen die fast 40 Sängerinnen und Sänger den ersten Song an – und sowohl Temperament als auch Emotion sprudeln nur so aus ihnen heraus, überwältigen einen als Zuhörer.
Auf die Frage, was sie außer der Musik noch für Hobbys hat, folgt im Gespräch mit Marina Seidel eine kurze Pause: „Keine eigentlich! Außer Familie, ja, ich bin wirklich ein Familienmensch. Und zum Glück hat sich die Liebe zur Musik auch auf meine beiden erwachsenen Töchter, die ebenfalls bei meinen musikalischen Projekten mitwirken, übertragen“, antwortet sie mit überraschtem Schmunzeln; so, als hätte sie selbst sich diese Frage eigentlich noch nie gestellt.
Musik hat das gesamte bisherige Leben der 46-jährigen bestimmt. Jedenfalls fast, denn als Kind hat man ihr musikalisches Talent noch nicht erkannt. „Aber mit 16, da wollte meine Freundin Ina nach Spanien und hat mich einfach bei einem Wettbewerb angemeldet, bei dem es eine Spanienreise zu gewinnen gab; natürlich habe ich sie mitgenommen, nachdem ich gewonnen hatte!“, erinnert sich die aufgeweckte Sängerin.

Auch in diesem Sommer gibt es mehrere Gelegenheiten, Marina Seidel und „Joy in Belief“ live in der Region zu erleben, zum Beispiel am 1. Volksfestsonntag um 11.30 Uhr in der „Halln“. Am 1. Juli veranstaltet „Joy in Belief“ ein Konzert auf der Naturbühne Trebgast, und am 11. August 2018 tritt Marina Seidel solo mit ihrer M’SIC-Band beim Saaleauenfest in Hof auf. Weitere Informationen sowie die nächsten Konzerttermine sind zu finden unter www.joyinbelief.de bzw. www.marina-seidel.de . Außerdem lässt Marina Seidel wissen: Der Chor, der jeden Donnerstag in Gefrees probt, sucht händeringend sangesfreudige Männer, die sich gern direkt bei der Chorleiterin unter 0176 / 38708449 melden können.

Seitdem hat sie immer Musik gemacht – sei es als Sängerin mit verschiedenen Bands oder als Chorleiterin. 2005 wurde Marina Seidel von den Bayern-3-Hörern zur „Besten Stimme des Jahres“ gewählt, mit „Joy in Belief“ ist sie 2015 viermal zusammen mit Howard Carpendale im Rahmen von dessen Tournee aufgetreten, im April dieses Jahres hat sie mit ihrem „Joy in Belief“ Bronze beim Internationalen Chorwettbewerb des Festival di Verona 2018 gewonnen, und in den Jahren 2016-2018 hat sie dreimal nacheinander mit ihrem Solo-Programm den Festsaal der Freiheitshalle komplett gefüllt. „Nach dem zweiten Solokonzert stand plötzlich der Leiter der Freiheitshalle mit dem Gästebuch vor mir. Er sagte, es sei eine absolute Seltenheit, dass es jemand mehrmals schafft, den Festsaal der Freiheitshalle auszuverkaufen!“, freut sich die passionierte Musikerin.

Im April hat Marina Seidel mit ihrem „Joy in Belief“ Bronze beim Internationalen Chorwettbewerb des Festival di Verona gewonnen.

Im April hat Marina Seidel mit ihrem „Joy in Belief“ Bronze beim Internationalen Chorwettbewerb des Festival di Verona gewonnen.

Dass sie so genau den Nerv des Publikums trifft, liegt sicher neben ihrem Temperament und ihrer mitreißenden Art auch an der Breite ihres Repertoires: Von Gospel über Jazz bis hin zu Schlager und Rock/Pop ist alles dabei – sowohl in ihren Solo-Programmen als mittlerweile auch mit dem Chor. „Außerdem liebe ich auch die Klassik und würde am liebsten mal eine Oper singen, aber dafür fehlt mir die Ausbildung – aber man weiß ja nie, was noch kommt!“, lacht Marina Seidel.
Nicht zuletzt ihre Empathie und der Respekt vor anderen dürften auch für ihren Erfolg mitverantwortlich sein: Während Natürlichkeit, Lebensfreude, Intelligenz und Bodenständigkeit die vielseitige Künstlerin begeistern, stoßen Arroganz, Überheblichkeit und Ungerechtigkeit sie ab. Daher spendet sie auch immer den Erlös ihrer Konzerte an karitative Einrichtungen, entweder für Tiere oder gegen sexuellen Missbrauch.
Wohin ihre musikalische Reise weitergeht? Das weiß die 46-jährige leitende Angestellte, die in einem großen bayerischen Betrieb im Gesundheitswesen mit 23 Angestellten unter sich hat, noch nicht so genau. „Für 2019 habe ich erst mal vor, aus Schülern oder jungen Leuten aus der Region, die Instrumente spielen, ein eigenes kleines Orchester, das sowohl den Chor als auch meine Solo-Projekte begleiten soll, zu gründen – aber das wird noch rechtzeitig bekannt gegeben“, verrät Marina Seidel mit strahlendem Blick. Christine Wild

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