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Klangmanufaktur: idealer Platz für Musiker

Als vor über 100 Jahren das kleine gelbe Haus auf dem Grund der Kulmbacher Straße 1 in Hof gebaut wurde, hat sicherlich niemand damit gerechnet, dass es irgendwann zu einer „Klangmanufaktur“ werden könnte. Nicht der Kunst, sondern der Polizei diente es in seiner Erbauungszeit um 1900 als Heimstatt, bevor später das Untergeschoss von der Israelitischen Kultusgemeinde Hof als Synagoge genutzt wurde. Das Obergeschoss vermietete die Stadt als Eigentümerin seit den 1980-er Jahren als Wohnung, bevor das Gebäude irgendwann komplett leer stand und lediglich das Werkstattgebäude, das auf demselben Grund steht, in Benutzung war.

In den Jahren 2011 bis 2013 gingen dann die Hofer Symphoniker auf die Suche nach einem neuen Quartier in Hof, weil die Räumlichkeiten des alten Theaters am Hallplatz nicht mehr nutzbar waren. Das Gebäude ließ Wasser ein. Daraufhin kam von der Stadtentwicklung der Vorschlag, das Haus an der Kulmbacher Straße 1 zu sanieren und für die Zwecke der Symphoniker aus- und umzubauen. „Es war ganz schön schwierig, denn wir haben vor allem eine Unterkunft für unsere lauteren Abteilungen, also zum Beispiel die Percussionisten, gesucht. Und bei allen Gebäuden, die wir in ganz Hof angeschaut haben, hat immer irgendwas nicht gepasst: Entweder, sie waren akustisch ungeeignet, wir hätten Nachbarn gestört oder es gab keine Parkplätze“, erinnert sich Ingrid Schrader, die Intendantin der Hofer Symphoniker.
Beim Anwesen Kulmbacher Straße 1 hingegen stimmen die Voraussetzungen: Es gibt genügend Parkplätze, ringsherum wohnen keine Nachbarn, die sich gestört fühlen könnten, und das Gebäude befindet sich in unmittelbarer Nachbarschaft zur Freiheitshalle und zum Theater Hof, wo die Hofer Symphoniker proben. „Auch städtebaulich bedeutet der Umbau jenes Gebäudes eine riesen Aufwertung für die Kulturmeile als Visitenkarte der Stadt Hof entlang der Kulmbacher Straße“, betont die Intendantin. Abgesehen davon, dass die Klangmanufaktur nur wenige Schritte von Freiheitshalle und Theater entfernt ist, besitzt sie außerdem eine perfekte Anbindung an Stadtbus und Bahn.
Nachdem man sich im Juli 2014 für das Gebäude in der Kulmbacher Straße entschieden hatte, kam schnell der Stein ins Rollen: Stadt Hof und der private Eigentümer des Werkgebäudes willigten in den Verkauf ein. Dr. Gisela Strunz von der Hermann und Bertl-Müller-Stiftung sagte 120.000 Euro Förderung als Basis für die Städtebauförderung in einem Joint-Venture-Modell zu und man gewann Ralph Böttig und Kathrin Buchta-Kost von DIE HALLE als Architekten für das Projekt.
Nach der Erstellung eines Nutzungskonzepts ist dann der Umbau des Gebäudes zur Klangmanufaktur erfolgt. Nach dem Abriss des Nebengebäudes entstand dabei im Erdgeschoss ein klimatisierter Konzertsaal-Anbau, der etwa 100 Zuhörern Platz bietet und von einem repräsentativen Foyer und einigen Probenräumen flankiert wird. „Eine kleine Teeküche bietet auch die Möglichkeit zur Bewirtung unserer Gäste“, freut sich Ingrid Schrader.
Die Probenräume im Erd- und Obergeschoss des Hauses sind speziell von innen und außen gedämmt, denn sie werden die neue Heimat der Schlagzeugabteilung der Hofer Symphoniker. Die Profis aus dem Orchester haben dort eine Übungsmöglichkeit, und auch der Unterricht der Percussions-Schüler wird in der Klangmanufaktur erfolgen – ohne dabei Nachbarn zu stören. Außerdem werden in der Klangmanufaktur Registerproben des Orchesters stattfinden, und man möchte die neuen Räume für kammermusikalische Proben und Aktionen sowie Konzerte und Veranstaltungen verschiedenster musikalischer Art nutzen.
„Wir können die Räume in der Klangmanufaktur auch mal einem Solisten in Vorbereitung auf sein Konzert in der Freiheitshalle zur Verfügung stellen. Das sind alles Dinge, die bisher nicht möglich waren und die den Hofer Symphonikern bestimmt zu einem neuen positiven Schub verhelfen werden“, so die Intendantin. Eine weitere positive Folge der bald eröffneten Klangmanufaktur wird sein, dass in der Musikschule dringend benötigte Räume frei werden.
Größte Dankbarkeit spricht Ingrid Schrader nicht nur den Haupt-Zuwendungsgebern Hermann und Bertl-Müller-Stiftung und Oberfrankenstiftung aus; sie dankt auch vielen kleineren Zuschussgebern, der Stiftung Hofer Symphoniker und der Gesellschaft der Freunde und Förderer der Hofer Symphoniker und nicht zuletzt auch der Stadt Hof mit Oberbürgermeister Dr. Harald Fichtner, der Stadtentwicklung, der Stadtkämmerei und den Architekten: „Auf dem Weg hin zur Klangmanufaktur habe ich mich allzeit bestens unterstützt gefühlt und freue mich jetzt auf die baldige Inbetriebnahme!“.  Christine Wild

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