Der Verein für Hof – in Bayern ganz oben.

Zufriedenheit und Dankbarkeit erleben

Annette und Ruprecht Werner erleben durch ehrenamtliche Arbeit, dass sie gebraucht und wertgeschätzt werden.

Annette und Ruprecht Werner erleben durch ehrenamtliche Arbeit, dass sie gebraucht und wertgeschätzt werden.

Annette und Ruprecht Werner aus Hof, 67 und 73 Jahre alt, sind beide Diplom-Psychologen im Ruhestand, mögen die Kultur in Hof, Wandern und Reisen und vieles mehr. Außerdem bringt sich das Ehepaar ehrenamtlich und mit großem Fachwissen in zwei verschiedenen Bereichen der Diakonie ein. Dennoch: „Das Wichtigste ist die Familie“, sagen die beiden übereinstimmend.
Eine Tochter lebt in Berlin, eine in Mannheim. Inzwischen gibt es auch ein Enkelkind mit eineinhalb Jahren, das regelmäßig besucht wird oder auch mal mit Mama und Papa nach Hof kommt. Hier genießt dann die ganze Familie den Untreusee oder einfach nur den schönen Garten der Großeltern. Die haben zum Glück die Möglichkeit, sich ihre freie Zeit einzuteilen, seit sie 2010 offiziell in den Ruhestand gegangen sind. So können sie nicht nur regelmäßig zu den Töchtern fahren, sondern auch ihre Reisen und andere Interessen gut mit ihren Ehrenämtern verbinden.
Annette Werner kommt eigentlich aus Nordrhein-Westfalen, ihr Mann aus Hessen. Dort, in Marburg, haben sie sich auch kennengelernt und später in Frankfurt und Düsseldorf gelebt. 1984 sind sie nach Hof gekommen, denn hier war eine Stelle an der Hochschule für den Öffentlichen Dienst ausgeschrieben. Man habe lange überlegt, ob man nach Hof gehen solle, aber letztlich war es „ein Familienentschluss“, den sie nicht bereut haben. Denn längst gefällt es ihnen richtig gut hier; sie schätzen die Natur und die Kultur in Hof und der Region: „Man kann gar nicht alles machen“, meinen sie beide.
Ruprecht Werner war dann mehr als 25 Jahre Hochschullehrer, hat im Bereich Personalmanagement, Kommunikation und Organisationspsychologie gelehrt und Fortbildungen in anderen Städten geleitet. Der Ruhestand brachte schließlich noch eine weitere Aufgabe mit sich: Ihm wurde der Posten als Aufsichtsratsvorsitzender einer international tätigen Firma in Passau angeboten. Auch hier ging es um das Thema Personal und um interkulturelle Kompetenz. Als er diese Tätigkeit aufgegeben hat, begann sich Ruprecht Werner für ein Ehrenamt zu interessieren und entschied sich schließlich für das Projekt „Starthelfer Asyl“ der Diakonie Hochfranken. Hier bietet er seit einiger Zeit „Hilfe für Helfer“ an, wie er es nennt: Einzelberatung und Gruppengespräche für Menschen, die sich für Flüchtlinge engagieren. Wie kann man lernen, auch mal Nein zu sagen? Wie würden sich die anderen in der Gruppe in schwierigen Situationen verhalten? Ruprecht Werner bringt seine Fachkompetenz ein und trägt dazu bei, den Helfern den Rücken zu stärken.

Mehr Infos zum Ehrenamt bei der Diakonie gibt es per E-Mail bei Claudia.Schott@diakonie-hochfranken.de oder unter Telefon. 09281/540390580.

Auch seine Frau kann viel psychologisches Fachwissen vorweisen; Annette Werner hat sogar zusätzlich eine Ausbildung als Psychotherapeutin. Eine Zeit lang hat sie in der Beratung gearbeitet, später dann in der Aus- und Fortbildung im Bereich Altenpflege. Auch Gruppen für pflegende Angehörige hat sie geleitet. Als sie sich 2010 für ein Ehrenamt interessiert hat, wollte sie jedoch bewusst nicht mehr in diesem Bereich tätig sein. Stattdessen hat sie sich beim Sozialpsychiatrischen Dienst der Diakonie gemeldet und arbeitet seitdem in sogenannten Psychoedukationsgruppen mit. Das sind Gruppen, in denen zum Beispiel Menschen mit Depressionen zusammenkommen. Sie werden dazu angeleitet, Experten in eigener Sache zu werden. „Es ist so etwas wie eine angeleitete Selbsthilfegruppe“, erklärt Annette Werner. Hier kommt ihr natürlich ihre therapeutische Ausbildung und ihre Erfahrung mit Gruppen zugute – aber auch die Zusammenarbeit mit dem Leiter des SPDI sei sehr gut und gewinnbringend für beide Seiten. Generell findet sie es reizvoll, bei dieser Tätigkeit ihre Erfahrungen einzubringen, gleichzeitig aber auch Fachgebiete vertiefen zu können. „Ich kriege was dafür“, drückt es Annette Werner kurz und knapp aus. Ihr Mann ergänzt, dass man durch ein Ehrenamt auch eine gewisse Zufriedenheit erlebe. Man spüre, dass die eigenen Kompetenzen noch gebraucht und wertgeschätzt würden. Dennoch: Das Ehrenamt sei zwar wichtig – aber es gebe auch genug Zeit für gemeinsame Freunde und sogar das Singen in zwei Chören (sie) oder die Mitwirkung in einem ganz besonderen Männerklub, den sogenannten Schlaraffen. Und für die Familie natürlich.

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