Der Verein für Hof – in Bayern ganz oben.

„Waldi“ Bärwald: Pausenlos im Einsatz für Spieler, Schiedsrichter und Sponsoren

Waldemar Bärwald ist die gute Seele der SpVgg Bayern Hof.  Foto: Mario Wiedel

Waldemar Bärwald ist die gute Seele der SpVgg Bayern Hof.  Foto: Mario Wiedel

Bei der SpVgg Bayern Hof läuft´s – sportlich gesehen – mal besser und mal schlechter. Aber auch „hinter den Kulissen“ läuft‘s, und das ziemlich gut. Eine der größten Stützen des Vereins, einer auf den man sich verlassen kann, egal welche Anliegen oder Probleme auftauchen, ist Waldemar Bärwald. Natürlich ist er nicht der Einzige, der die Fäden im Hintergrund zieht, aber er ist einer der Wenigen, die dies ehrenamtlich tun. So opfert er einen Großteil seiner Freizeit unentgeltlich für den Verein. „Geheimwaffe“, „Spezialist“, „Maschine“ oder „der Mann für alle Fälle“, das oder Ähnliches hört man oft auf der „Grünen Au“, wenn von Waldi, wie er gerne genannt wird, die Rede ist: Einer, der den Verein nach außen trägt. Offiziell ist er Marketingleiter des Vereins, aber das, was er für die SpVgg Bayern Hof tut, ist wesentlich vielfältiger.
Als ehemaliger Schiedsrichterausbilder weiß Bärwald, wie seine Zunft tickt und betreut seine Kollegen bei Heimspielen der 1. Mannschaft. Aus sicherer Quelle weiß man, dass diverse Süßigkeiten in der Schiedsrichterkabine, Infomaterial zur Stadt Hof und eine Brotzeit nach Spielende zum Wohlbefinden der Referees beitragen. Und auch wenn die Emotionen im Stadion nach vermeintlichen Fehlentscheidungen der Unparteiischen hochkochen, steht Bärwald dem gelassen gegenüber und kann mit seiner fachlichen Sicht auf die Dinge manche Aufregung beruhigen. Auch wenn er als „Schiedsrichterversteher“ oft sein Fett weg kriegt, sieht er das gelassen. „Es ist ja verständlich, dass die Fans die Vereinsbrille tragen und die ein oder andere Entscheidung lieber zugunsten ihrer Hofer Bayern sehen würden. Aber als ehemaliger Schiri sehe ich die Sache eben oft anders!“ meint der Routinier. „Was wäre Fußball auch ohne Emotionen!?“
Oft sieht man den Marketingleiter lange vor dem Spiel im feinen Zwirn „auf der Au“. Dann nämlich ist er wieder mit neu gewonnenen Sponsoren im Stadion unterwegs, um Einblicke ins Vereinsleben zu geben. „Hauptamtlich, wie es Nachbarvereine unserer Größenordnung, wie der VER Selb oder die SpVgg Bayreuth praktizieren, davon bin ich weit entfernt. Ehrenamtlich halt! So plane ich meine Freizeit für den Verein sorgsam und gezielt ein. Denn was vorstellbar ist, ist auch machbar. So ist meine Devise“, sagt der Mann, „dem die Sponsoren vertrauen.“ 37 neue Werbebanden schmücken mittlerweile das weite Rund im Stadion. Hinter jeder Bande stecken mehrere Stunden Arbeit, die Bärwald erledigt hat. „Mit einfach Hingehen und dann unterschreibt man den Vertrag, ist es nicht getan“, weiß der Marketingleiter zu berichten. Oft sind mehrere Besuche bei einem Unternehmen nötig, um die potenziellen Geldgeber zu überzeugen. Dabei muss natürlich der Verein bestmöglich präsentiert werden. Auch die Vertragsverhandlungen gestalten sich nicht immer einfach. „Aber im Laufe der Zeit und nach Abwicklung einiger Sponsorengeschäfte habe ich gelernt, mein Gegenüber einzuschätzen und weiß, wie ich es nehmen muss“, schmunzelt der „Sponsorenversteher“.
Marketingleiter ist die offizielle Aufgabe von Waldemar Bärwald. Um die vielfältigen Fanartikel des SpVgg Bayern Hof auch an den Mann, bzw. die Frau zu bringen, musste eine Hütte her, von wo aus der Verkauf erfolgen sollte. „Gut, dass ich im Laufe der Zeit viele Kontakte geknüpft habe. Das kam mir hier sehr zu Gute“, sagt der Werbungsbeauftragte zu der Tatsache, dass er eine ortsansässige Holzwarenfirma dafür gewinnen konnte, eine Holzhütte zu spendieren. Auch der Transport der Hütte wurde kostenfrei organisiert und dank der Mithilfe einiger Helfer stand die Fanartikelhütte auch kurze Zeit später schon an ihrem neuen Platz „auf der Grünen Au“ und lockt seitdem die Zuschauer zu jedem Heimspiel mit den verschiedensten Fanartikeln an.
Auch für die Jugend der SpVgg Bayern Hof hat Bärwald ein Herz. So folgte er dem Ruf vieler Eltern der Jugendmannschaften, die sich eine Verkaufshütte für Speisen und Getränke beim Kunstrasenplatz wünschten. Gehandicapt durch einen Knöchelbruch konnte der passionierte Heimwerker bei dieser Aktion nicht selbst Hand anlegen, war er doch auf Krücken angewiesen. Aber er organisierte Helfer, die eine bereits ausgediente Holzhütte auf dem Stadiongelände umsetzten. Auch bei der Renovierung der in die Jahre gekommenen Hütte trieb Bärwald Firmen auf, die dies kostenfrei übernahmen.
Sein Herz schlägt nicht nur für Fußball, auch die anderen Sparten des Vereins liegen ihn an selbigem, unter anderem die Boxer. So besuchte Bärwald die schlagkräftigen Jungs – immerhin 25 Aktive und drei Trainer – und war beeindruckt. „Das sind starke Typen, die wir da im Verein haben“, musste er zugeben. Leider gehen so kleine Abteilungen in großen Vereinen häufig unter, so auch bei den Hofer Boxern. Damit sie zumindest die Farben des Vereins nach außen tragen können, organisierte Waldi einen Sponsor, der diese Jungs von oben bis unten in Vereinsfarben ausstattete.
Wenn immer es seine Freizeit zulässt, findet man den Umtriebigen bei Verschönerungsarbeiten auf der Au. Egal ob Malerarbeiten in der Geschäftsstelle oder Lackierarbeiten an den Ersatzbänken, Waldi ist da und legt Hand an. Auch die Renovierung der Kassenhäuser bzw. Einfahrten auf der hinteren Seite des Stadions im Pinzigweg organisierte Bärwald. Er mobilisierte einige Spieler der 1. Mannschaft, und gemeinsam waren die anfallenden Arbeiten schnell erledigt. „Viele Jahre galt dieser Bereich der Au als Schandfleck. Das konnte man nicht so lassen. Es war schon einiges an Energie und Arbeitsaufwand nötig, um diesen wieder in einen ansehnlichen Zustand zu versetzen. Aber gemeinsam waren wir stark“, lobt Waldi seine Mitstreiter.
Eine Herzensangelegenheit war für Waldemar Bärwald die Restaurierung des Vereinswappens, das oben auf der denkmalgeschützen Holztribüne prangt. „Das beeindruckte mich schon in meiner Jugend“, gibt Waldi zu. Im Jahre 2005 wurde das Vereinschild, das die Aufschrift „FC Bayern Hof“ trug, nach der Fusion mit der „SpVgg Hof“ von der Stadt abgebaut, da seitdem „SpVgg Bayern Hof“ als Vereinsname im Registerbuch steht. Leider verschwand dadurch das übergroße Wappen von der Bildfläche. Bärwald war es, der es im Jahr 2015 aus der Versenkung holte und mit dem neuen Vereinsnamen bekleben ließ. So konnten die Mitarbeiter der Stadt Hof mit schweren Gerät das knapp 100 Kilogramm schwere und zwei Meter hohe Vereinswappen wieder auf der wohl einmaligen Holztribüne montieren.
Waldi wirbelt nicht nur im Hintergrund, er ist auch nah an der Mannschaft. Wann immer etwas im Spielerkreis anliegt oder benötigt wird, ist Bärwald die erste Anlaufstelle. „Da gab es nichts, was es nicht gab“, meint Waldi augenzwinkernd. Seine „Dienstleistungen“ reichten von der Wohnungssuche, über Besorgen eines Fahrrads oder Autos, bis hin zur Organisation von Baumaterialien. Auch die Vermittlung von Arbeitsstellen gehörte dazu. „Bei allen diesen Aktionen konnte ich schon von den Kontakten durch die Sponsorenverhandlungen profitieren“, schmunzelt Bärwald. „Bisher hab ich es immer geschafft, zu helfen und zu vermitteln! Das mache ich auch sehr gerne, zumal mir der direkte Kontakt mit dieser tollen Truppe mit vielen unterschiedlichen Charakteren einen riesen Spaß macht.“ So nimmt er sich auch gerne die Zeit und chauffiert die Spieler in einem 9-sitzer Bus zu den Auswärtsspielen. Und die Plätze im „Waldi-Bus“ sind begehrt, weil dort gute Stimmung herrscht, der Busfahrer ein offenes Ohr für die „Wehwehchen“ seiner Mitfahrer hat und nicht zuletzt, weil immer Lesestoff in Form der aktuellen Tagesspresse bereitliegten; von den Süßigkeiten zur Nervenstärkung gar nicht zu reden.
Auch die Spieler bei Laune zu halten und das Teamgefühl zu stärken, hat sich Waldi auf die Fahne geschrieben. „Fußball ist eine Mannschaftssportart und man kann nur gut spielen, wenn das Kollektiv funktioniert“, weiß Bärwald. So organisierte er so manches Mannschaftsessen, auch mal eins der etwas außergewöhnlichen Art. Dafür sorgte ein Jäger, der sein Versprechen einlöste und die Mannschaft samt Betreuerstab einlud, sich das Wildschwein, das ihm vor die Flinte geraten ist, schmecken zu lassen. Auch Betriebsbesichtigungen bei ansässigen Firmen, ebenso wie die schon zur Tradition gewordenen Besuche in Kinderhorten zur Weihnachtszeit gehören zum „Unterhaltungsprogramm“. „Das macht nicht nur den Spielern Spaß, wenn der „Bayern-Hof-Weihnachtsmann“ die Kinder beschenkt, auch die besuchten Kids haben ihre Freude, denn da dürfen sie mal ganz nah an ihren „Stars“ sein.“

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