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Frauenbund: Starke Vereinigung mit großem Engagement

Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow, Schatzmeisterin Verena Krauß, Vorsitzende Sieglinde Palitza und stellvertretende Vorsitzende Michaela Hutterer (von links) leiten den Katholischen Frauenbund in Hof.

Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow, Schatzmeisterin Verena Krauß, Vorsitzende Sieglinde Palitza und stellvertretende Vorsitzende Michaela Hutterer (von links) leiten den Katholischen Frauenbund in Hof.

Über 120 Mitglieder gehören dem Zweigverein des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB) Bernhard Lichtenberg in Hof an. Gehört oder gelesen hat sicherlich fast jeder schon mal von diesem Verein – aber was macht die Gruppierung aus? Was sind ihre Tätigkeiten, Aufgaben und Ziele? Vorsitzende Sieglinde Palitza und Schatzmeisterin Verena Krauß verraten im Gespräch mit ProHof, was die Werte den KDFB sind und wie zeitgemäß der Verein ist.

„Wir sind kein Club, der dem Pfarrer die Treppe putzt, sondern wir sind ein Frauenbund, der sich mit sozialpolitischen und gesellschaftlichen Themen auseinandersetzt“, erklärt erste Vorsitzende Sieglinde Palitza. Als gemeinsames Leitungsteam zusammen mit Michaela Hutterer als zweiter Vorsitzender und Schatzmeisterin Verena Krauß führt sie den Hofer Zweigverein des KDFB.
Die 120 Mitgliedsfrauen im Alter von 30 bis 95 Jahren stammen aus den ehemaligen KDFB-Zweigvereinen St. Konrad und St. Marien, die sich zum 1. Januar 2018 als Konsequenz der Fusion der beiden Gemeinden ebenfalls zusammengeschlossen haben und seitdem den großen Zweigverein Bernhard Lichtenberg bilden.
„Wichtig ist uns: Wir heißen zwar Katholischer Frauenbund, aber unter unseren 120 Mitgliedern sind auch evangelische Frauen, denn unsere Ausrichtung ist christlich, nicht speziell katholisch. Wir freuen uns als Mitglied über jede Frau, die unsere Werte mitträgt“, so die Vorsitzende. Dabei handelt es sich um christliche Grundwerte kombiniert mit gesellschaftlichem, politischem und sozialem Engagement mit einem Schwerpunkt auf Frauen, aber auch Gesundheit und sonstigen gesellschaftlich relevanten Themen. „Wir stehen für christliche Werte wie Gerechtigkeit, Solidarität und Menschenwürde“, sagt Sieglinde Palitza.
Daher kommt es dem gesamten Vorstand besonders darauf an, dass die Mitglieder sich alle untereinander kennen und ins Gespräch kommen. Das tun die Damen einerseits bei den monatlichen Veranstaltungen in der kritischen Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen, aber auch im Rahmen der Mithilfe bei Aktivitäten in der Gemeinde. Der persönliche Bezug ist dem KDFB auch bei der Verwendung der Spenden wichtig: „Unsere Spenden gehen nur an Projekte oder Personen, die wir persönlich kennen“, erklärt Sieglinde Palitza. Und die Empfänger der Spenden reichen von Frauennotruf, internationales Frauen- und Mädchenzentrum, über das Anton-Werr-Zentrum der Oberzeller Franziskanerinnen, die bis vor zehn Jahren in St. Konrad wirkten, bis hin zu einem Patenkind in Nigeria, das von einem nigerianischen Pfarrer vermittelt wurde, der einst in der hiesigen Gemeinde ausgeholfen hat. In Not geratene Privatpersonen wurden ebenso unterstützt wie Weihnachtsfeiern für bedürftige Menschen.
Sein Jahresprogramm hat der KDFB Bernhard Lichtenberg 2019 unter die Losung gestellt: „Jetzt ist die Zeit, jetzt ist die Stunde. Heute wird getan oder auch vertan, worauf es ankommt, wenn er kommt“, angelehnt an das zentrale Jahresmotto „Bewegen“ des KDFB Bundesverbandes. „Wir wollen nicht abwarten, sondern zupacken“, lacht die Vorsitzende. Das beweist auch das vielfältige Jahresprogramm des KDFB Bernhard Lichtenberg. Vom Beitrag zum Weltgebetstag, Marienandachten, einer Kräutersegnungs-Abendmesse und einer Adventsmesse über Vorträge wie „Sicher leben – Sicher im Alltag“ mit Kriminalhauptkommissar Peter Hobelsberger oder „Wie kannst du heute noch katholisch sein?“ bis hin zu einem Spaziergang mit spirituellen Impulsen, einer Studienfahrt in die Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach oder einem religiösen Auszeittag in Vierzehnheiligen ist alles dabei. Im vergangenen Jahr gab es gar eine Studienfahrt mit 19 Frauen nach Mallorca.
„Wichtig ist uns, mit unseren Themen am Puls der Zeit zu bleiben und uns kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen“, sagt Sieglinde Palitza. Ebenso mit der nötigen kritischen Reflexion steht der KDFB Bernhard Lichtenberg der katholischen Kirche als Institution und dem Papst gegenüber: „Unser Motto lautet: auftreten statt austreten! Wir sprechen die brisanten Themen lieber an, als uns vor ihnen wegzuducken“, erklärt Schatzmeisterin Verena Krauß. Themen wie die Mütterrente, der Umgang mit der Abtreibungs-Regelung oder der Gleichberechtigung von Frauen werden von den KDFB-Damen immer wieder hinterfragt und diskutiert. Anregung dazu bietet auch die monatlich erscheinende Zeitung „Engagiert – Die christliche Frau“, die der KDFB-Bundesverband herausgibt und die jedes Mitglied erhält.
Besonders wichtig ist es den Vereinsfrauen auch, nicht nur ihr eigenes Süppchen zu kochen. Daher ist der KDFB Bernhard Lichtenberg vernetzt mit Frauen und Gruppierungen anderer Gemeinden, dem internationalen Frauenzentrum EJSA, dem Hofer Frauennotruf sowie dem Netzwerk Frauenstärken Hof und beteiligt sich immer wieder am Equal Pay Day, dem Weltfrauentag und dem Weltgebetstag. „Zum Glück haben wir viele Mitglieder, sodass nicht immer alle eingebunden sind, sondern jeder sich nach seinen Stärken und Fähigkeiten einbringen kann – und sowieso nur in dem zeitlichen Umfang, den sich jedes Mitglied leisten kann und möchte. Niemand muss etwas machen!“, so die Vorsitzende. „Aber man hilft auch gern, denn man kennt die Leute und freut sich, sie bei den einzelnen Aktionen und Vorträgen zu treffen“, ergänzt Verena Krauß.
Das Programm stellt der Vorstand gemeinsam zusammen. Geistlicher Beirat ist Pfarrer Hans-Jürgen Wiedow. Er und Dekan Holger Fiedler binden den Frauenbund in das Gemeindeleben ein und nehmen ihn auch als kritische Stimme wahr. „Aber wenn man gesellschaftlich oder politisch etwas bewirken will, reicht es nicht, sich nur in der eigenen Gemeinde einzubringen, sondern man braucht auch eine überregionale Stimme – und wir sind sehr froh, dass wir die in Form vieler prominenter Mitgliedsfrauen und unserer KDFB-Präsidentin, der Bundestagsabgeordneten Maria Flacsbarth haben“, resümiert Sieglinde Palitza.  Christine Wild

 

Die nächste Veranstaltung des DKFB Bernhard Lichtenberg ist der Vortrag „Das Turiner Grabtuch – Faszination und Fakten“ mit Referentin Dr. Barbara Stühlmeyer am Dienstag, 12. Februar, um 19 Uhr im Pfarrzentrum Bernhard Lichtenberg. Das gesamte Jahresprogramm ist zu finden unter https://katholische-kirche-hof.de/katholisch-in-hof/verbaende/katholischer-frauenbund

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