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Reiseveranstalter Viol feiert Jubiläum

Zum Team des Reisebüros Viol in Rehau gehören (hinten von links) Juniorchef Christoph Berce, Monique Tirok, Cathleen Zuber-Stein, Hannah Zahn, Peter Schubert und sitzend Chefin Sabine Viol.

Zum Team des Reisebüros Viol in Rehau gehören (hinten von links) Juniorchef Christoph Berce, Monique Tirok, Cathleen Zuber-Stein, Hannah Zahn, Peter Schubert und sitzend Chefin Sabine Viol.

Mit einer Vielfalt von Jubiläumsreisen feiert das Reiseunternehmen Alexander Viol in Rehau und Plauen 75-jähriges Bestehen.

Noch im Jahr des Kriegsendes 1945 hatte der Kriegsheimkehrer Alexander Viol mit einem umgebauten Wehrmachts-Lkw auf der Strecke Rehau-Regnitzlosau-Hof einen Linienverkehr eingerichtet. Dafür war ein Berechtigungsschein der amerikanischen Besatzungsmacht nötig. „Auch wenn das noch ganz andere Zeiten waren, schon damals gab es eben Bürokratie“, erzählt Sabine Viol, die das Unternehmen heute in zweiter Generation leitet.
Der Linienverkehr sei schon in der Anfangszeit rasch durch Ausflugsfahrten ergänzt worden, woraus dann die Marke Viol-Busreisen erwachsen sei. „Oberfranken-Express“ oder „Der Rehauer“ hätten die Werbeschriften an den ersten Bussen gelautet.
Bereits 1952 ging es auf größere Fahrt, zum Beispiel nach Österreich oder in die Schweiz. Ein regelmäßiger Urlaubs-Pendelverkehr ins Gebirge entstand 1957. Zehn Jahre später wurde der erste Reisebus mit WC und Waschgelegenheit eingeführt. Damit sei man der Konkurrenz weit voraus gewesen, sagt Sabine Viol. Unter anderem dank immer modernerer Reisebusse mit allem Komfort sei der Beliebtheitsgrad von Viol-Busreisen immer weiter gewachsen.
Nach der Wiedervereinigung eröffnete die Firma 1993 in einem neuen Wohn- und Geschäftshaus in der Neundorfer Straße 30 ein eigenes Reisebüro in Plauen. Drei Jahre später wurde Am Frauenberg in Rehau ein neuer Omnibus-Betriebshof eingerichtet, denn die alten Garagen waren für die neuen Busse zu klein geworden. Im Jahr 2000 zog auch die Rehauer Reisezentrale in ein neu errichtetes Reisebüro am Omnibus-Betriebshof. Insgesamt werden heute 30 Mitarbeiter beschäftigt.
Die Unternehmensgeschichte des Reiseunternehmens Viol, das heute unter „Der Reise-Viol“ bekannt ist, spiegelt auch die Geschichte des Reisens in der Bundesrepublik Deutschland wider. Besuchte man 1973 gerne Tirol, Südtirol, Italien, Jugoslawien oder unternahm die ersten Reisen nach Griechenland, zieht es die Urlauber heute zum einen wieder zu Zielen innerhalb Deutschlands, aber auch zu interessanten Rundreisen nach Irland, England, Skandinavien und zum Badeurlaub an die Ostsee. Gefragt sei vor allem der Reisekomfort in kleineren Gruppen in den sogenannten VIP-Bussen 2+1, die mit maximal 29 Reiseteilnehmern einen besonders hohen Erlebniswert garantierten. Klimaanlagen in den Bussen, individuelle Betreuung und ein äußerst großzügiger Sitzabstand sorgten dafür, dass der Jahresurlaub gleich mit der Fahrt beginne. Und mit liebevoll zusammengestellten Tagesfahrten sei immer mal wieder auch der „Urlaub für zwischendurch“ möglich.

Fotos aus der Anfangszeit des Reiseveranstalters Viol spiegeln bei aller Nostalgie auch die zeitlose Reiselust und Urlaubsfreude der Fahrgäste wider – wie dieses Bild aus dem Jahr 1951.

Fotos aus der Anfangszeit des Reiseveranstalters Viol spiegeln bei aller Nostalgie auch die zeitlose Reiselust und Urlaubsfreude der Fahrgäste wider – wie dieses Bild aus dem Jahr 1951.

Neben Schul- und Linienbussen, Firmenreisen, Gruppen-Tages- und Mehrtagesfahrten bietet Viol auch eigene Reiseveranstaltungen an. Dass jährlich zwei Kataloge erscheinen, sei heutzutage eine Besonderheit, betont Sabine Viol: „Das macht fast niemand mehr.“ Für das Rehauer Familienunternehmen gehören die Kataloge aber zum Service, genau wie die sorgsam abgestimmte Mischung aus Musikreisen, wöchentlichen Urlaubsreisen bis hin zu europaweiten Rundreisen.
Die Zukunft des Tourismus in diesem Bereich liegt für Sabine Viol im optimierten Programm gepaart mit Umweltfreundlichkeit und dem persönlichen Wohlfühlfaktor: „Busreisen sind nicht mehr eng wie früher, sondern man sitzt wie im Wohnzimmer und genießt das Panorama. Die Gäste wollen Platz nehmen – und dann uns, den Veranstalter, einfach machen lassen und von unserer Erfahrung profitieren.“ Für diese Ansprüche will die Firma auch in Zukunft eintreten. Die dritte Generation des Familienunternehmens steht bereits in den Startlöchern… Manfred Köhler

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