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Schokoladenmädchen findet seine Heimat

Das Porzellanikon – Staatliches Museum für Porzellan – erhält einen Neuzugang für seine Sammlung. Es handelt sich um eine Teekanne mit einem Schokoladenmädchen-Dekor. Petra Werner, Hauptkuratorin für Kunst und Kulturgeschichte des Porzellans, erhielt vor kurzem eine E-Mail mit dem neugierig machenden Betreff: „Perle sucht Familienanschluss“. Drei Tage später bekam die Kuratorin die Teekanne in einem Postpaket. Darauf zu sehen ist die Darstellung des Schokoladenmädchens, das einem der berühmtesten Gemälde aus der Gemäldegalerie in Dresden entnommen wurde. Es ist „La Belle Chocolatière“ von Jean-Etienne Liotard, entstanden um 1744/45. Diese Teekanne beantwortet die Frage, die sich die Kuratorin schon seit langem gestellt hat, und zwar, ob das Schokoladenmädchen-Service lediglich zum Genuss von Schokolade bestimmt war. Dieses Motiv wurde, wie die Kuratorin vermutet, verwendet, weil es thematisch zu dem Trinkservice passte und weil das Gemälde schon damals sehr bekannt war. Bereits seit 2014 zeigt das Porzellanikon in Hohenberg (Villa & Sammlung) einen gedeckten Kaffeetisch mit dem Schokoladenmädchen-Dekor aus der Moschendorfer Porzellanfabrik in Hof. Die 1853 gegründete holländische Schokoladen- und Kakaofirma Droste gab zwischen 1920 und 1930 dieses ausgesprochen aparte Motiv auf ihren Sammelgeschirren in Auftrag. „Die Teekanne ist eine Überraschung und eine absolute Seltenheit. Sie ist eine große Bereicherung unserer Sammlung – eine echte Perle“, schwärmt Kuratorin Petra Werner.

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