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Oktober 2020

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    Zertifikat für Naturgärten



    und Torf zu verzichten. Außerdem solle die Biodiversität, die Vielfalt
    der Lebensräume, gefördert werden.
    Bei  einem Rundgang durch ihren  Garten finden  sich  aber  auch
    reichlich Beispiele für die „Kann-Kriterien“, von denen für eine Zer-
    tifizierung in zwei Bereichen mindestens sieben Punkte vergeben
    werden müssen. So gestattet Birgit Wunderatsch in einem „Wilden
    Eck“ der Natur, sich so zu entfalten, wie sie das will. Sie lässt Wild-
    kräuter und eine Vielfalt an Lebensräumen zu, pflegt gebietstypi-
    sche Sträucher und Gehölze oder versorgt Insekten über blühende
    Stauden und Blumen mit Nahrung.
    In einigen Bereichen geht Birgit Wunderatsch auch über die ge-
    forderten Kriterien hinaus. So lässt sie auf einem Teil ihrer Wiese
    Schafe grasen, die zugleich den natürlichen Dünger liefern, und hat
    auf diese Weise über lange Zeit hinweg ein blühendes Paradies mit
    Wicken, Klee, Margeriten, Huflattich, Schafgarbe, Glockenblumen
    und vielen weiteren Arten entstehen lassen. Wie sie betont, ist für
    eine derart reiche, standortgerecht Blumenwiese vor allem eines
    erforderlich: Geduld. „Man braucht keine Blühmischung aus dem
    Baumarkt“, sagt sie. „Wenn man eine Wiese nur noch einmal jähr-
    lich mäht, entsteht der Artenreichtum mit der Zeit von selbst.“
    Überhaupt benötige ein Naturgarten viel weniger Aufwand als man
    denke. Da sie und ihre Familie sich ohnehin ständig im Garten auf-
    hielten, erledige sich der Pflegeaufwand eher so nebenbei. Birgit
    Wunderatsch sieht ihr Werkeln im Garten vor allem als Ausgleich zu
    ihrem Beruf im Rechenzentrum der Hochschule für den Öffentlichen
    Dienst in Hof.
    In einigen Bereichen, so räumt sie ein, müsse man freilich auch
    schon immer mal etwas mehr anpacken. So müsse der Gartenteich
    regelmäßig von Entengrütze befreit und entschlammt werden, um
    nicht zu verlanden. Und natürlich müsse der Teil der Wiese rund
    ums Haus, der kurz gehalten werde, regelmäßig gemäht werden –
    allerdings setzt Birgit Wunderatsch auch hier auf Natur und hält sich
    keinen reinen Gras-Rasen, sondern eine artenreiche, wenn auch
    kurz geschnittene Grünfläche.
    Bei einem Spaziergang durch den Garten der Familie Wunderatsch
    gibt es überall Hinweise, wie nah die gestaltete Landschaft der Na-
    tur ist. So brüten selbst in geschnittenen Hecken Vögel, und die
    Sonnenblumen dürfen dort wachsen, wo sie sich selbst aussähen.
    Was den Garten so paradiesisch macht, ist gerade das Wilde, das
    bei aller Ordnung durchscheint. So darf mancherorts auch schon
    mal ein Stück Holz verrotten, und im Kräutergarten lässt Birgit Wun-
    deratsch vereinzelt Pflanzen wachsen, die dort eigentlich nicht hin-
    eingehören. Denn, so sagt sie: „In einer Mischkultur gibt es weniger
    Schädlinge.“
    Deshalb rät sie Gartenfreunden, die ihr kleines Reich bisher blitz-
    sauber und aufgeräumt halten, auch mal ein bisschen mehr Natur
    zuzulassen. Denn erstens verringere es den Arbeitsaufwand, wenn
    man nicht jedes sogenannte Unkraut gleich auszupfe; und zwei-
    tens tue man der Vogel- und Insektenwelt damit einen Riesengefal-
    len.                                      Manfred Köhler

     Die Naturgarten-Zertifizierung steht für jeden Garten offen. Mit-
     glieder wenden sich unter schriftfuehrer@kv-gartenbauvereine-
     hof.de an Birgit Wunderatsch. Wer nicht Mitglied eines Garten-
     bauvereins ist, kann sich dennoch bewerben. Allerdings laufen
     in diesem Fall Anmeldung und Organisation über die Landesan-
     stalt für Wein- und Gartenbau in Veitshöchheim, und es fällt eine
     Unkostenpauschale an. Infos hierzu: https://www.lwg.bayern.
     de/gartenakademie/veranstaltungen/215964/index.php. Mit der
     Plakette, die verliehen wird, kann man ein sichtbares Zeichen für   Impressionen aus dem zertifizierten Naturgarten von Birgit
     nachhaltige und ökologische Bewirtschaftung setzen.
                                                               Wunderatsch.
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