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Juni 2019

    25 Jahre Hochschule



    Plädoyer für ein Studium in Hof



    Für manche Hofer mag das 25-jäh-
    rige Bestehen der Hochschule Hof
    nur irgendein Jubiläum sein. Für Sil-
    via Gulden ist es wesentlich mehr.
    Die Hofer Stadtmarketing-Chefin
    hat in einer Zeit an der Hochschu-
    le studiert, als alles noch im Werden
    war und das Studium ein kleines
    Abenteuer.


    „In der Anfangszeit gab es nur ein Gebäude“, er-
    innert sich Silvia Gulden. Nebenan sei gerade ein
    Zweites entstanden, was an einem heißen Tag
    einen Professor während der Vorlesung zu einer
    Bemerkung veranlasste, die ihr bis heute unver-
    gessen ist: „Sie sitzen hier drin und studieren,
    damit Sie nicht da draußen auf einer Baustelle
    schwitzen müssen.“ Tatsächlich hatte sich Silvia
    Gulden aus vielerlei anderen Gründen für ein Stu-
    dium an der noch ganz jungen Hochschule Hof
    entschieden, allen voran diesem einen Grund:   Stadtmarketing-Chefin Silvia Gulden ist eine der ersten Absolventinnen der
    „Mir gefällt es in Hof. Ich wollte nicht von hier   Hochschule Hof. Das Bild zeigt sie an ihrem Lieblingsplatz neben ihrem frü-
    weg.“                                       heren Hörsaal mit Rundblick über die Stadt Hof.
    Die begeisterte Hoferin wurde vor 41 Jahren im
    Biengässchen geboren und machte 1997 ihr Abitur am Schiller-  zwei Job-Angebote für auswärts. Aber die frischgebackene Di-
    Gymnasium. Als Einser-Abiturientin hätte sie die Wahl gehabt,   plom-Betriebswirtin entschied sich abermals für die Region und
    aber die großen Universitäten waren ihr zu theoretisch und ano-  fing gleich am nächsten Tag nach dem Abschluss bei der dama-
    nym: „Ich wollte praxisorientiert studieren und gleich in die Wirt-  ligen Kreis- und Stadtsparkasse Hof in der Marketingabteilung
    schaft rein.“ Ein weiterer Vorteil des Studiums in Hof sollte sich   an. 18 Jahre lang arbeitete sie dort, in den letzten 14 Jahren
    schon gleich zu Anfang zeigen: „Man konnte mit den Dozenten   als Vertriebsmarketingleiterin. Ihre Erfahrungen im Veranstal-
    ganz anders umgehen und war viel näher an ihnen dran.“     tungsmanagement kamen ihr zugute, als sie sich heuer für einen
    So sei es völlig normal gewesen, sich mit den Professoren   Wechsel entschied und als Geschäftsführerin des Stadtmarke-
    abends im Biergarten zu treffen und Themen zu diskutieren, für   tings Hof e. V. anfing.
    die in der Vorlesung nicht genug Zeit gewesen sei. „Und weil   Auch wenn die Hochschule Hof seit ihrer Gründung stark ge-
    diese Dozenten alle aus der Wirtschaft kamen, lernten wir so   wachsen ist, die Größe sei immer noch ideal, sagt Silvia Gul-
    nicht nur die Theorie, sondern von Anfang an auch den Praxis-  den. Nicht umsonst sei die Hochschule zweimal hintereinander
    bezug kennen.“ Da Silvia Gulden der Hochschule Hof nach wie   von StudyCheck.de auf Platz fünf der beliebtesten deutschen
    vor eng verbunden ist, weiß sie, dass sowohl persönliche Nähe   Hochschulen gewählt worden. Doch auch die Stadt Hof selbst
    als auch Praxisbezug und Kompetenz noch immer die wesent-  komme bei den Studierenden gut weg: „Ich höre immer wieder,
    lichen Qualitätskriterien sind. „Unser Hochschul-Präsident Pro-  dass wir hier die beste Wurst und das beste Bier haben“, sagt
    fessor Jürgen Lehmann ist außerdem immer auf der Höhe der   Silvia Gulden. Für sie ist das ein Pfund, mit dem man wuchern
    Zeit und geht neue Wege“, sagt Silvia Gulden. „Beispiele dafür   kann, denn: „Über Essen, Trinken und Musik bekommt man die
    sind das Bayerisch-Indische Zentrum, Iisys, das Gründerzent-  Leute zusammen. Dafür müssen wir noch viel mehr Werbung
    rum oder der geplante neue Studiengang Wirtschaftspsycholo-  machen.“
    gie, für den es bereits 60 Interessenten gibt.“            Sie selbst versucht deshalb, im Rahmen ihrer Stadtmarketing-
    Das Studium in Hof hat die Einser-Absolventin als arbeitsreiche   Arbeit die Studenten und die Hofer Bevölkerung zusammenzu-
    Zeit in Erinnerung – aber durchaus auch als das, was sich viele   bringen – so wie jüngst im Rahmen der Innenhofkonzerte mit
    vom Studentenleben versprechen: „Wir haben reichlich gefeiert   300 Gästen. Das sind die lebendigen Momente, die Silvia Gul-
    und sind auch viel weggegangen“, erinnert sich Silvia Gulden.   den an ihrer Hochschule liebt. Aber es gibt auch die ganz stil-
    Das studentische Leben in Hof sei einfach toll gewesen – und   len Augenblicke. Ihr Lieblingsplatz findet sich auf einer Empore
    genau diese Einsicht würde sie sich auch für heutige Studieren-  neben ihrem früheren Hörsaal in Gebäude A mit sagenhaftem
    de wünschen: „Die Leute sollten nicht nur lernen, sondern auch   Rundblick über die Stadt: „Egal, wann ich hierherkomme, es ist
    ihre Zeit in Hof genießen und die Stadt kennenlernen.“ Zu ihrer   immer wunderschön. Nachts sieht man die Lichter schimmern,
    Zeit seien die Kommilitonen vor allem aus der Hofer Region,   am Morgen kann man zusehen, wie die Stadt erwacht.“ Dieses
    aus Sachsen, Thüringen und Böhmen gekommen. Der Kontakt    Bild trägt immer wieder zu ihrem Gesamteindruck bei, den Sil-
    dauere teils bis heute an.                                 via Gulden hat, wenn sie auf den Campus der Hochschule Hof
    Und das, obwohl viele danach in alle Winde zerstreut wurden.   zurückkehrt: „Es ist wie heimkommen. Ich kann jedem nur emp-
    Auch Silvia Gulden selbst hätte weggehen können, sie hatte   fehlen, hier zu studieren.“            Manfred Köhler
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